Zwei Frauen
Zwei Frauen
Christina Fonthes’ Debütroman „Wohin du auch gehst“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.
Der Roman erzählt auf zwei Zeitebenen die Lebensgeschichte von Mira und Bijoux, zweier kongolesischer Frauen, deren Schicksal miteinander verwoben ist. Bijoux kommt aus dem Kongo und wohnt bei ihrer Tante Mira in London. Mira ist strenggläubig und hat für Bijoux kaum ein nettes Wort. Als sich Bijoux in eine Frau verliebt, eskaliert die Situation. Aber auch ihre Tante hat eine Vergangenheit von der wir nach und nach erfahren.
Christina Fonthes schreibt authentisch. Die 1970er Jahre in Kinshasa erstehen bildlich vor unseren Augen. Erstaunt hat mich, dass man zu der Zeit, als einfacher Mann eine so grandiose Karriere hinlegen konnte, wie Miras Vater. Das Setting wird lebendig geschildert, Gerüche, Kleidung und kulturelle Codes geben dem Roman eine satte Farbe. Die Protagonistinnen sind Frauen, die nicht immer nur stark sind, sie zeigen auch in bestimmten Situationen Schwäche und das macht sie greifbar. Der Roman reißt viele gesellschaftlich relevante Themen an. Die afrikanische Diaspora in London, wie soziale Klassen das Leben des einzelnen prägen, die Ausgrenzung und wie konservative Einstellungen Menschen zerstören.
Fazit: Ein Roman, der tief berührt und nachdenklich macht. Spannend zu lesen.