Mut beginnt oft im Kleinen

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kiki.stella Avatar

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Im Ferienlager beobachtet Kemi, wie ein anderer Junge immer mehr ins Abseits gerät. Während die Situation eskaliert, muss er sich fragen, ob Zuschauen wirklich einfacher ist als Handeln.
„Wolf“ ist ein beeindruckendes Kinder- und Jugendbuch über Mobbing, Ausgrenzung und die Verantwortung jedes Einzelnen. Die Geschichte zeigt nicht nur die Perspektive eines Betroffenen, sondern vor allem die eines Beobachters. Genau das macht den Roman so besonders. Kemi ist kein Held, der sofort eingreift. Er ist unsicher, zweifelt und hat Angst – und wirkt dadurch umso authentischer.

Der Schreibstil ist sehr zugänglich und perfekt auf die Zielgruppe abgestimmt. Auch Kinder und Jugendliche, die nicht regelmäßig lesen, dürften gut in die Geschichte hineinfinden. Gleichzeitig steckt erstaunlich viel Tiefe zwischen den Zeilen.

Besonders gelungen ist die Symbolik des Wolfs, der Kemi in seinen Träumen begegnet. Der Wolf steht für Ängste, Unsicherheiten und die Frage, wie man mit ihnen umgehen kann. Dadurch hebt sich das Buch von vielen anderen Geschichten über Mobbing ab.

Für den Einsatz im Unterricht eignet sich das Buch hervorragend. Es ist nicht zu umfangreich, behandelt aber viele wichtige Themen, über die sich anschließend diskutieren lässt. Freundschaft, Mut, Gruppenzwang und Verantwortung werden altersgerecht vermittelt.

Die Illustrationen ergänzen den Text hervorragend und verstärken die Stimmung. Ein wichtiges, kluges und sehr lesenswertes Buch.