Besser als das Debüt
Landläufig gilt das zweite Buch einer Autorin oder eines Autors nach einem gelungenen Debüt als das schwierigste. Dieser Herausforderung hat sich ein Jahr nach seinem überaus erfolgreichen Debütroman auch der ehemalige Fußballer, inzwischen TV-Experte und Autor Christoph Kramer mit seinem Roman 'Wolkenberührpunkt' gestellt und, wie ich finde, erfolgreich gemeistert.
Dem Genre bleibt er dabei treu: Auch dieses Mal lässt sich das Buch dem Coming-of-Age-Genre zuordnen, wobei diesmal nicht Kramers eigenes Erwachsenwerden im Mittelpunkt steht. Stattdessen erzählt er die Geschichte einer Zufallsbekanntschaft, die er in einer Buchhandlung macht. Roman erzählt Chris dort seine Lebensgeschichte, die zum Kern des Romans wird.
Er wächst in behüteten Verhältnissen auf und hat sein Leben eigentlich ganz gut im Griff, bis ein Geständnis seines Vaters in der Silvesternacht plötzlich alles ins Wanken bringt. Auf einmal stehen Fragen nach seiner Herkunft, seiner Identität und danach im Raum, wie sehr die eigene Geschichte bestimmt, wer man ist. Auf seiner Suche nach Antworten findet Roman Halt bei seinen Freunden, in der Liebe und an einem ungewöhnlichen Ort: dem Wolkenberührpunkt, einem alten Telefonmast, von dem aus sich die Welt zumindest für einen Moment aus einer anderen Perspektive betrachten lässt.
Romans Geschichte hat mich dabei durchaus berührt. Noch stärker waren für mich allerdings die Passagen, in denen Kramer selbst zu Wort kommt. Zwischen den Kapiteln verlässt er die Romanhandlung und denkt über Themen wie Herkunft, Glück und Zugehörigkeit nach und darüber, was unser Leben eigentlich zu dem macht, was es ist. Dabei finden sich einige wirklich schöne und treffende Gedanken, die noch eine Weile nachwirken.
Sprachlich weiß das Buch ähnlich wie sein Debüt nicht vollends zu überzeugen, auch wenn für mich eine deutliche Steigerung erkennbar ist. Die immer wiederkehrenden Satzstrukturen und teilweise redundanten Beschreibungen haben den Lesegenuss an einigen Stellen etwas geschmälert. Manche Gedanken hätten für mich durchaus für sich stehen dürfen, ohne dass sie noch einmal erklärt werden mussten.
Als Hörbuch aus dem Argon Verlag bekommt 'Wolkenberührpunkt' allerdings noch einmal eine ganz eigene Ebene. Christoph Maria Herbst liest die Geschichte phänomenal und verleiht ihr mit seiner unverwechselbaren Art einen ganz besonderen Ton. Seine Stimme, sein Timing und seine Art, den Figuren und Gedanken Leben einzuhauchen, haben für mich vieles noch einmal anders wirken lassen. Gerade beim Hören hatte ich dadurch immer wieder das Gefühl, noch unmittelbarer in Romans Geschichte hineinzurutschen.
Insgesamt hat mich Wolkenberührpunkt deutlich mehr überzeugt als Kramers Debüt. Vor allem als Hörbuch ist der Roman für mich eine Empfehlung.
Dem Genre bleibt er dabei treu: Auch dieses Mal lässt sich das Buch dem Coming-of-Age-Genre zuordnen, wobei diesmal nicht Kramers eigenes Erwachsenwerden im Mittelpunkt steht. Stattdessen erzählt er die Geschichte einer Zufallsbekanntschaft, die er in einer Buchhandlung macht. Roman erzählt Chris dort seine Lebensgeschichte, die zum Kern des Romans wird.
Er wächst in behüteten Verhältnissen auf und hat sein Leben eigentlich ganz gut im Griff, bis ein Geständnis seines Vaters in der Silvesternacht plötzlich alles ins Wanken bringt. Auf einmal stehen Fragen nach seiner Herkunft, seiner Identität und danach im Raum, wie sehr die eigene Geschichte bestimmt, wer man ist. Auf seiner Suche nach Antworten findet Roman Halt bei seinen Freunden, in der Liebe und an einem ungewöhnlichen Ort: dem Wolkenberührpunkt, einem alten Telefonmast, von dem aus sich die Welt zumindest für einen Moment aus einer anderen Perspektive betrachten lässt.
Romans Geschichte hat mich dabei durchaus berührt. Noch stärker waren für mich allerdings die Passagen, in denen Kramer selbst zu Wort kommt. Zwischen den Kapiteln verlässt er die Romanhandlung und denkt über Themen wie Herkunft, Glück und Zugehörigkeit nach und darüber, was unser Leben eigentlich zu dem macht, was es ist. Dabei finden sich einige wirklich schöne und treffende Gedanken, die noch eine Weile nachwirken.
Sprachlich weiß das Buch ähnlich wie sein Debüt nicht vollends zu überzeugen, auch wenn für mich eine deutliche Steigerung erkennbar ist. Die immer wiederkehrenden Satzstrukturen und teilweise redundanten Beschreibungen haben den Lesegenuss an einigen Stellen etwas geschmälert. Manche Gedanken hätten für mich durchaus für sich stehen dürfen, ohne dass sie noch einmal erklärt werden mussten.
Als Hörbuch aus dem Argon Verlag bekommt 'Wolkenberührpunkt' allerdings noch einmal eine ganz eigene Ebene. Christoph Maria Herbst liest die Geschichte phänomenal und verleiht ihr mit seiner unverwechselbaren Art einen ganz besonderen Ton. Seine Stimme, sein Timing und seine Art, den Figuren und Gedanken Leben einzuhauchen, haben für mich vieles noch einmal anders wirken lassen. Gerade beim Hören hatte ich dadurch immer wieder das Gefühl, noch unmittelbarer in Romans Geschichte hineinzurutschen.
Insgesamt hat mich Wolkenberührpunkt deutlich mehr überzeugt als Kramers Debüt. Vor allem als Hörbuch ist der Roman für mich eine Empfehlung.