Die Wahrheit liegt zwischen Himmel und Erde

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regina1960 Avatar

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Mit großer Begeisterung hatte ich bereits das erste Buch von Christoph Kramer „Das Leben fing im Sommer an“ gelesen, das im März 2025 im Kiepenheuer & Witsch Verlag veröffentlicht wurde. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass der ehemalige Fußball-Profil, der maßgeblich heute als Sportmoderator und TV-Experte tätig ist, nun mit „Wolkenberührpunkt“ sein zweites Buch auf den Markt gebracht hat. In diesem geht es um die Lebensgeschichte von Roman, die Christoph Kramer jedoch verwebt mit seinen eigenen Erlebnissen und Erfahrungen als Kind, Jugendlicher und Erwachsener. Der Roman beginnt mit der rein zufälligen Begegnung von Roman und Chris in einer Düsseldorfer Buchhandlung. Es ist ein bedeutsamer Tag für Kramer, denn es ist der offizielle Verkaufsstart für sein erstes Buch. Heimlich beobachtet er, wie Roman sein Buch kauft und dieses mit abgezähltem Münzgeld bezahlt. Aus Neugierde spricht er den jungen Mann an und lädt ihn zum Kaffee ein. Was sich dann entwickelt, ist ein bewegender Roman, der die Geschichte zweier doch sehr unterschiedlicher Leben erzählt. Für den elfjährigen Roman ändert sich mit dem Silvesterfest 2000 schlagartig sein ganzes Leben und Erleben, denn sein Vater erklärt ihm an diesem Tag, dass er adoptiert wurde. Dieser Schockmoment löst in Roman tiefe Fragen aus zu seiner eigenen Identität, neben dem Gefühl des Vertrauensverlustes fühlt sich von nun an nichts mehr an, wie es war. Getrieben forscht er nach einem ominösen „J“. Nur hoch oben, auf einem Telefonmast sitzend und über den Dingen schwebend, Roman sich am richtigen Platz, hier, auf seinem „Wolkenberührpunkt“, kann er mit seinem besten Freund seinen Gedanken und Träumen grenzenlosen Freiraum geben. Parallel dazu reflektiert Christoph Kramer seine eigene Geschichte, beispielsweise wie er mit seinen Eltern Silvester zelebrierte. Dabei blickt er dankbar auf sein Umfeld zurück, das ihm Liebe, Sicherheit und Geborgenheit schenkte. Ich habe das Buch sehr gemocht und es hat mich nachdenklich gestimmt. Besonders, wenn der Buchautor reflektiert in Passagen über Privilegien, die vielen guten Dinge im Leben, die man oft erst zu schätzen weiß, wenn man sehe, dass es auch ganz andere Schicksale gebe. Gleichsam aber ein Leben in Wohlstand, Reichtum und mit einem gewissen Status verbunden auch nicht unbedingt eine Garantie für Glücklichsein seien. Insgesamt beleuchtet der Roman die Themen rund um Familie, Freundschaft, die erste große Liebe und Sehnsüchte, vor allem aber auch die großen Fragen des Lebens - wo gehöre ich hin, was macht mich glücklich, wer möchte ich wirklich sein und wer bin ich? Ich mag an Kramers Schreibstil die Einfachheit der Worte, in deren Tiefe doch so viel Wahrheit steckt. Er schreibt ruhig, ehrlich, empathisch, und auf eine schnörkellose Art und Weise, so wie wir ihn von seinen öffentlichen Auftritten kennen. Das macht ihn einfach so sympathisch und authentisch. Die intensiven und quälenden inneren Kämpfe, die Protagonist Roman durchlebt, nachdem er von der Adoption erfahren hat, fand ich enorm gut beschrieben. Ich konnte mich eins zu eins in dieser Gefühlsgemengelage wiederfinden. Das Buch habe ich in Windeseile ausgelesen, denn das Schicksal von Roman hat mich nicht mehr losgelassen. Ich freue mich bereits jetzt auf ein weiteres Buch von Christoph Kramer und empfehle dieses hier sehr gerne weiter.