Ein Roman, den man einfach gerne liest
Inhalt: 2025. Christoph Kramers Debüt “Das Leben fing im Sommer an” erscheint - und er ist neugierig, wer seinen Roman kauft. Also setzt er sich in eine Düsseldorfer Buchhandlung und wartet. Bis plötzlich ein verhuscht wirkender junger Mann auftaucht und “Das Leben fing im Sommer an” kauft. Christoph Kramer spricht ihn an und der Mann erzählt ihm sein Leben voller Höhen und Tiefen…
Persönliche Meinung: “Wolkenberührpunkt” ist ein Coming of Age-Roman von Christoph Kramer. Erzählt wird die Handlung aus zwei Perspektiven: Hauptaugenmerk liegt auf Roman (der Mann aus der Buchhandlung), dessen Leben aus personaler Perspektive erzählt wird. Dazwischen finden sich immer wieder kurze Einschübe des Ich-Erzählers Christoph Kramer, der Romans Erlebnisse einordnet, bilanziert und mit seinen eigenen Erlebnissen perspektiviert. Romans Geschichte beginnt mit einem tragischen Moment: Als 12-jähriger erfährt er unvermittelt, dass er eigentlich adoptiert worden ist, wodurch sein bisheriges Leben sich schlagartig ändert: Er geht auf Distanz zu seinen Eltern, fühlt sich unwohl und Fehl am Platz. Behandelt werden im Folgenden - neben der Frage der Herkunft Romans - Auseinandersetzungen mit den Adoptiveltern, die Entwicklung von Freundschaften, das Bestehen in der Schule, die erste große Liebe, die einen nie so wirklich loslässt, das Ankommen im Erwachsenenalter und das Finden des eigenen Ichs, wodurch eine schöne, abwechslungsreiche Coming of Age-Handlung entsteht. Für Spannung sorgen dabei insbesondere zwei Elemente, auf ganz unterschiedliche Art und Weise: eine Liebesgeschichte sowie ein Detail, das die Herkunft Romans verrät. Bereits zu Beginn der Handlung wird klar, dass Roman sich zu seiner Nachbarin Mira hingezogen fühlt, die ihn allerdings (zunächst) selten beachtet. Das Anfreunden der beiden sowie die schrittweise Annäherung, bei der der Status der Beziehung lange in der Schwebe bleibt, werden sehr einfühlsam und zart beschrieben. Ohne zu viel verraten zu wollen: Selten habe ich einen so tragischen, wendungsreichen und ergreifenden Beziehungsverlauf gelesen. Das zweite Spannungselement ist ein Brief von Romans biologischen Eltern, den diese ihm bei der Adoption mitgaben. Roman meint, das geschwungene “J” im Brief zu kennen, wobei die Suche nach dem Ursprung des “J” sein junges Erwachsenenleben begleiten wird. Der Schreibstil von Christoph Kramer ist anschaulich, flüssig zu lesen und sehr eingängig. Unterm Strich ist “Wolkenberührpunkt” für mich sogar noch eine Spur stärker als “Das Leben fing im Sommer” an, welches mir ebenfalls sehr gefallen hat. Insgesamt ein unheimlich kurzweiliger Roman, den man einfach gerne liest - kleine Sehnsuchtsschübe nach der eigenen Jugend inklusive.
Persönliche Meinung: “Wolkenberührpunkt” ist ein Coming of Age-Roman von Christoph Kramer. Erzählt wird die Handlung aus zwei Perspektiven: Hauptaugenmerk liegt auf Roman (der Mann aus der Buchhandlung), dessen Leben aus personaler Perspektive erzählt wird. Dazwischen finden sich immer wieder kurze Einschübe des Ich-Erzählers Christoph Kramer, der Romans Erlebnisse einordnet, bilanziert und mit seinen eigenen Erlebnissen perspektiviert. Romans Geschichte beginnt mit einem tragischen Moment: Als 12-jähriger erfährt er unvermittelt, dass er eigentlich adoptiert worden ist, wodurch sein bisheriges Leben sich schlagartig ändert: Er geht auf Distanz zu seinen Eltern, fühlt sich unwohl und Fehl am Platz. Behandelt werden im Folgenden - neben der Frage der Herkunft Romans - Auseinandersetzungen mit den Adoptiveltern, die Entwicklung von Freundschaften, das Bestehen in der Schule, die erste große Liebe, die einen nie so wirklich loslässt, das Ankommen im Erwachsenenalter und das Finden des eigenen Ichs, wodurch eine schöne, abwechslungsreiche Coming of Age-Handlung entsteht. Für Spannung sorgen dabei insbesondere zwei Elemente, auf ganz unterschiedliche Art und Weise: eine Liebesgeschichte sowie ein Detail, das die Herkunft Romans verrät. Bereits zu Beginn der Handlung wird klar, dass Roman sich zu seiner Nachbarin Mira hingezogen fühlt, die ihn allerdings (zunächst) selten beachtet. Das Anfreunden der beiden sowie die schrittweise Annäherung, bei der der Status der Beziehung lange in der Schwebe bleibt, werden sehr einfühlsam und zart beschrieben. Ohne zu viel verraten zu wollen: Selten habe ich einen so tragischen, wendungsreichen und ergreifenden Beziehungsverlauf gelesen. Das zweite Spannungselement ist ein Brief von Romans biologischen Eltern, den diese ihm bei der Adoption mitgaben. Roman meint, das geschwungene “J” im Brief zu kennen, wobei die Suche nach dem Ursprung des “J” sein junges Erwachsenenleben begleiten wird. Der Schreibstil von Christoph Kramer ist anschaulich, flüssig zu lesen und sehr eingängig. Unterm Strich ist “Wolkenberührpunkt” für mich sogar noch eine Spur stärker als “Das Leben fing im Sommer” an, welches mir ebenfalls sehr gefallen hat. Insgesamt ein unheimlich kurzweiliger Roman, den man einfach gerne liest - kleine Sehnsuchtsschübe nach der eigenen Jugend inklusive.