Für jüngere Leser
Bereits aus dem Klappentext schloss ich, dass dies ein Roman für eher jüngere Leser ist, zu denen ich nicht gehöre. Darin wurde ich dann während der Lektüre bestärkt. Es geht um die Geschichte eines jungen Mannes, der viele Jahre lang mit seiner Herkunft, seiner Identität, seinen Wurzeln hadert, nachdem er im Kindesalter über seine Adoption aufgeklärt wird. Wie das dargestellt wird, ist gut und nachvollziehbar umgesetzt. Das Tüpfelchen auf dem i sind dabei einige vollkommende überraschende Wendungen, die die Lebensgeschichte des Protagonisten nimmt. Da hat der Autor schon einiges an Fantasie aufgebracht, bis er alles schlüssig und zufriedenstellend auflöst. Weniger gefallen hat mir allerdings die Rahmengeschichte, die immer wieder kurz den Fortgang der persönlichen Geschichte der Hauptfigur unterbricht. Hier geht es um das völlig zufällige Zusammentreffen des Autors selbst mit eben Roman (den er zum Protagonisten in seinem zweiten Buch macht) anlässlich der Markeinführung seines ersten Buches in einer Buchhandlung. In den diesbezüglichen Passagen fabuliert Kramer etwas zu sehr und zu demütig über sein privilegiertes Leben als Profifußballer und als Sohn ihn liebender Eltern im Vergleich zu dem des adoptierten Roman, der ja immerhin letztendlich auch mit sich im Reinen ist. Der hier vielfach angeschlagene nachdenkliche Ton regt bei den Lesenden zum Nachdenken an. Dem Erzählton und Schreibstil sind anzumerken, dass Kramer über kein Fachstudium beim Schreiben verfügt.
Insgesamt kann ich den Roman empfehlen, sofern die Leseansprüche nicht zu hoch angesetzt sind.
Insgesamt kann ich den Roman empfehlen, sofern die Leseansprüche nicht zu hoch angesetzt sind.