Hinter jeder Ecke kann ein neues Leben lauern...

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susannek Avatar

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In seinem Buch Wolkenberührpunkt erzählt Christoph Kramer die Geschichte von Roman. Christoph Kramer hat seine Karriere als Profifußballer beendet und ein Buch geschrieben. Als es erscheint, begegnet er Roman, der das Buch gerade gekauft hat. Die beiden setzen sich in ein Café und Roman erzählt seine Lebensgeschichte. Dieses Gespräch bildet den Rahmen des Buches.



Viele Jahre lang sucht Roman seinen Platz im Leben, nachdem zur Jahrtausendwende seine Welt aus den Fugen geraten ist. Da hat er im Alter von 12 Jahren auf sehr unsensible Art erfahren, dass er adoptiert wurde, was für ihn sein ganzes bisheriges Leben in Frage stellt. Es ist berührend, ihn von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter zu begleiten, zu erleben, wie er um Deutung und Verstehen ringt und mit Hilfe seiner sehr besonderen Freunde am Ende einen Weg findet.



Die Geschichte ist sehr gut und flüssig geschrieben und liest sich leicht. Die einzelnen Kapitel sind unterteilt durch biografische Einschübe von Christoph Kramer, in denen er seine eigene Lebenssituation reflektiert, im Licht der Erlebnisse Romans. Ich empfand die Wechsel nicht als störend, sondern mehr wie natürliche Pausen in einem Gespräch.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und mich an vielen Stellen zum Nachdenken angeregt, denn es behandelt viele grundsätzliche Lebensfragen. Was ist wirklich wichtig im Leben? Was ist Glück und wie findet man es? Wo gehöre ich hin und zu wem? Wie umgehen mit Trauer und Verlust? Kann ich die scheinbaren Selbstverständlichkeiten im Leben wertschätzen? Kann zerbrochenes Vertrauen wieder heilen? Lasse ich mich auf die Möglichkeiten ein, die in jedem Moment stecken können?

Es geht um Freundschaft, Vertrauen, Zusammenhalt, Sehnsucht, Verlust, Mut, Lebensfreude, Möglichkeiten, Dankbarkeit, Hoffnung, Chancen, Neubeginn... Christoph Kramer schafft es, viele Gefühle nicht plakativ-kitschig zu beschreiben, sondern zwischen den Zeilen zu vermitteln, so dass das Buch gefühlvoll, aber nicht rührselig ist. Für mich waren es viele kleine Sätze oder auch mal nur Worte, die das Nachdenken angestupst haben und ich habe das Buch mit viel Vergnügen gelesen. Es wird noch eine Weile nachhallen.