Mir hat es gefallen, aber ein paar Sachen muss ich leider kritisieren

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chantisha Avatar

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Ich bin mit etwas gemischten Gefühlen aus dem Buch gegangen. Grundsätzlich mochte ich die Geschichte und vor allem die Atmosphäre. Man merkt, dass Christoph Kramer sehr gut schreiben kann und ein gutes Gespür dafür hat, Gefühle und bestimmte Momente einzufangen.

Trotzdem hatte ich an einigen Stellen das Gefühl, dass mir bestimmte Dinge etwas zu einfach erklärt bzw. vermittelt wurden. Besonders beim Thema Privilegien hat mich das gestört. Für mich kam es teilweise so rüber, als würde man die eigenen Privilegien vor allem dadurch erkennen und reflektieren, dass man direkt mit Menschen oder Lebensumständen konfrontiert wird, denen es schlechter geht. Ich hätte mir hier etwas mehr Differenzierung gewünscht, weil Privilegien für mich nicht erst durch diesen direkten Vergleich sichtbar werden.

Auch mit einigen Charakteren bin ich nicht ganz warm geworden. Mira war für mich zum Beispiel nicht immer glaubwürdig. Sie wirkte an vielen Stellen deutlich älter und weiser, als sie ihrem Alter entsprechend eigentlich sein sollte. Dadurch fühlten sich manche ihrer Gedanken und Aussagen für mich eher nach denen einer erwachsenen Person als nach denen eines jungen Mädchens an.

Trotz dieser Kritikpunkte hatte das Buch für mich durchaus schöne und berührende Momente. Gerade die Beschreibung von Jugend, Freundschaft und dem Gefühl, seinen eigenen Platz im Leben zu suchen, fand ich gelungen.

Insgesamt also ein Buch, bei dem ich einiges mochte, bei dem mich aber gerade die Figuren und manche sehr eindeutig vermittelte Botschaften nicht vollständig überzeugen konnten.