Unterhaltsam und emotional - jedoch nicht seicht

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corsicana Avatar

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Dieser Roman hat mich positiv überrascht! Eine gelungene Mischung aus Coming-of-Age, Familiengeheimnissen und autobiografischen Einschüben des Autors.

Erzählt wird über Roman, den der Autor in einer Buchhandlung kennenlernt, als dieser sein neu erschienenes Buch "Das Leben fing im Sommer an" kauft. Die beiden kommen ins Gespräch und Roman erzählt seine Geschichte, die einerseits typisch für Heranwachsende, andererseits jedoch mit Familiengeheimnissen belastet ist. Jugendfreundschaften, familiäre Probleme, die Frage nach der Herkunft und die erste Liebe spielen eine große Rolle und werden unterhaltsam, aber mit Tiefgang erzählt. Denn Roman gerät Silvester 2000 in eine Identitätskrise, die sein Vater auslöst, in dem er ihm ein Geheimnis anvertraut. Danach ist vieles anders. Doch Mira, die hübsche Nachbarin und seine Freunde Stevie und der "Niemand" stehen ihm zur Seite und zeigen ihm, was Zusammenhalt bedeutet. Lange wird Roman mit seinem Schicksal irgendwie hadern und irgendwann erkennen und lernen, dass nicht alles im Leben nach Plan oder Wunsch läuft.

Einschübe des Autors reflektieren über die genannten Themen und geben dem Ganzen einen autobiografischen Rahmen, ob die Geschichte selbst sich tatsächlich so zugetragen hat, wissen wir als Leser:innen natürlich nicht so richtig...

Das erste Buch von Christoph Kramer wurde sehr gelobt, deshalb wollte ich das zweite unbedingt lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Eine wirklich unterhaltsame, zwischendrin spannende, emotionale und doch nicht seichte Lektüre. Am Ende weiß man zwar vieles doch noch nicht. Kann sich aber mit einem insgesamt guten Gefühl zurücklehnen.