Vielschichtigkeit, Tiefe und starke Emotionen – ein ganz besonderes Buch!

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sternzauber Avatar

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Ich finde das Cover von „Wolkenberührpunkt“ super stimmig und einfach schön! Das angenehme Himmelblau, die Wolke, der Mast und die drei Personen darauf ergeben ein faszinierendes Bild, das zudem hervorragend zur Geschichte passt und auch die anderen Elemente sind sehr stimmig ergänzt.

Erzählt wird eine Vergleichsgeschichte – auf der einen Seite der behütete und privilegierte Fußballweltmeister, auf der anderen Seite ein Mann, der nie ein echtes Gefühl von „Zuhause“ und „selbstverständlicher Geborgenheit“ erleben durfte.

Der Klappentext bleibt bei diesem zweiten Buch von Christoph Kramer recht vage und so wusste ich nicht so wirklich, auf was ich mich da einlasse. Für mich war es das erste Buch des Autors und ich bin absolut positiv überrascht worden, denn mit einer solchen emotionalen Wucht und Tiefe hatte ich überhaupt nicht gerechnet – wirklich toll! Zum Inhalt werde ich nicht mehr verraten, da es schade wäre versehentlich zu spoilern, aber ich möchte erwähnen, dass diese Geschichte auf zwei Ebenen erzählt wird. Es gibt die rahmenden und einordnenden, sehr reflektierten Passagen mit der Stimme des Autors und daneben deutlich längere Passagen, die die Lebensgeschichte seines Gegenübers erzählen. Diese beiden Elemente sind auch optisch ganz anders gestaltet, was mir sehr gefällt und ich liebe die Symbiose, die diese beiden miteinander bilden. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass dieser Wechsel einen solchen Sog und solche Kraft erzeugt und bin ganz begeistert davon.

Diese Eigenschaften weist aber eigentlich auch das ganze Buch auf. Egal in welchem Bereich, hat mich die Erzählung sehr bewegt, mitfühlen lassen, zum Nachdenken angeregt und nachgeklungen. Immer wieder wanderten meine Gedanken zu dem Gelesenen zurück und es erstaunt mich sehr, wie Vielschichtig und Tief der Text ist. Viele sehr elementare und existenziell bedeutsame Fragen werden in dieser Geschichte aufgeworfen und stimmig thematisiert, doch die Atmosphäre ist keinesfalls so bedrückend, wie es auf den ersten Blick scheinen könnte. Im Gegenteil: es gibt wunderbar heitere und herzerwärmende Gegenspieler, die für eine angenehme Leichtigkeit und Hoffnung sorgen, ohne den wesentlichen Themen ihre Daseinsberechtigung und Ernsthaftigkeit zu nehmen.

Christoph Kramer schreibt in sehr leichter und eingänglicher Form, so dass sich die Geschichte sehr schnell liest. Doch für mich war es trotzdem kein „durchrauschen“, sondern ich habe immer wieder innegehalten und das Gelesene hat ohnehin auch nach der Lektüre weiter in mir gearbeitet. Dabei fand ich es sehr erfrischend und beeindruckend, wie ehrlich und offen die Passagen aus Sicht des Autors wirken und wie selbstreflektiert er uns an seinem Leben teilhaben lässt.

„Wolkenberührpunkt“ ist für mich eine wunderbare und absolut überzeugende Entdeckung, die mich mit Tiefe, Vielfalt und starken Emotionen begeistert hat. Es ist ein ganz besonderes Buch, dem ich ganz viele glückliche LeserInnen wünsche und deshalb möchte ich es von Herzen weiter empfehlen – viel Freude beim Lesen!