Dunkel, provokant und voller moralischer Grauzonen – eine Romance, die keine Sicherheit bietet

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julia_1311 Avatar

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Meine Erwartungen an „Woman Down“ sind außergewöhnlich hoch. Schon die Ankündigung und das Cover lassen erahnen, dass Colleen Hoover hier bewusst einen dunkleren, riskanteren Weg einschlägt. Ich rechne mit einem Roman, der emotional fordert und nicht gefallen will, sondern konfrontiert. Besonders reizvoll finde ich die Mischung aus Romantic Thriller und psychologischem Drama, die klar mit Tropes wie morally grey characters, forbidden romance und forced proximity arbeitet. Diese Konstellation verspricht Spannung, innere Konflikte und Beziehungen, die nicht bequem sind, sondern gefährlich und schwer einzuordnen.

Ich erwarte eine starke weibliche Hauptfigur, die nach einem öffentlichen Fall, einem Shitstorm und dem Verlust von Anerkennung um ihre Identität ringt. Themen wie Cancel Culture, Schreibblockade und die Suche nach Authentizität deuten darauf hin, dass es nicht nur um Liebe geht, sondern um Macht, Abhängigkeit und Selbstbehauptung. Die Vorstellung, dass Nähe gleichzeitig Rettung und Bedrohung ist, empfinde ich als besonders spannend.

Von der Geschichte erhoffe ich mir eine dichte, beklemmende Atmosphäre, psychologische Tiefe und eine Beziehung, die bewusst moralische Grauzonen auslotet. Wenn Hoover das Versprechen eines düsteren, verführerischen und hochspannenden Romans einlöst, erwarte ich eine Lektüre, die unter die Haut geht, verstört und lange nachhallt. Genau deshalb möchte ich das Buch unbedingt lesen: weil es unbequem sein will und keine einfachen Antworten verspricht.