Spannung garantiert!

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hanninanni103 Avatar

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Woman Down ist kein typischer Colleen-Hoover-Roman – und genau das ist Stärke und Schwäche zugleich. Wer eine gefühlvolle Liebesgeschichte erwartet, liegt falsch. Hoover geht hier deutlich düsterer, psychologischer und unbequemer vor. Die Geschichte konfrontiert Leser:innen mit Abhängigkeit, Schuld, Selbstzerstörung und der Frage, wie weit Nähe gehen darf, bevor sie zerstörerisch wird.
Die Atmosphäre ist von Beginn an bedrückend. Hoover baut Spannung weniger über Handlung als über innere Konflikte auf. Das wirkt stellenweise intensiv, aber auch anstrengend. Nicht jede Szene ist notwendig, manches zieht sich, vor allem im Mittelteil. Hier hätte Straffung gutgetan. Gleichzeitig muss man anerkennen, dass genau diese Langsamkeit das emotionale Gewicht verstärkt.
Die Figuren sind bewusst ambivalent angelegt. Sympathie entsteht nicht automatisch, Entscheidungen wirken oft falsch oder fragwürdig – aber realistisch. Hoover idealisiert nichts, und das ist konsequent. Gerade deshalb polarisiert das Buch stark.
Sprachlich bleibt sie ihrem klaren, zugänglichen Stil treu, verzichtet jedoch auf romantische Verklärung. Das Ende ist hart, konsequent und wird nicht jedem gefallen – es passt aber zur Geschichte.
Woman Down ist mutig, unbequem und emotional fordernd. Kein Wohlfühlroman, sondern ein Buch, das nachwirkt und Diskussionen auslöst. Wer sich darauf einlässt, bekommt Hoovers wohl kompromissloseste Geschichte.