Wenn Nähe gefährlich wird

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catalina_san Avatar

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Schon die Ausgangssituation weckt sofort Interesse. Eine Autorin, die sich nach einem öffentlichen Shitstorm zurückzieht und versucht, ihre Stimme wiederzufinden, wirkt verletzlich und zugleich stark. Die Leseprobe vermittelt schnell, wie sehr diese Erfahrung Petra geprägt hat und wie dünn der Boden ist, auf dem sie sich bewegt.

Die Atmosphäre ist ruhig, aber angespannt. Der abgelegene Ort am See wirkt nicht idyllisch, sondern wie ein Raum voller unausgesprochener Gedanken. Als Nathaniel auftaucht, verändert sich der Ton spürbar. Die Begegnungen sind intensiv und tragen von Anfang an etwas Unberechenbares in sich. Nähe entsteht schnell und fühlt sich gleichzeitig falsch und gefährlich an.

Besonders spannend finde ich die psychologische Ebene. Kreativität, Begehren und Angst scheinen eng miteinander verknüpft zu sein. Man weiß nie genau, was real ist, was Inspiration und was Projektion. Diese Unsicherheit sorgt für ein stetiges Unwohlsein, das beim Lesen hängen bleibt.

Nach diesem ersten Leseeindruck erwarte ich eine emotionale und dunkle Geschichte, die sich langsam zuspitzt. Woman Down verspricht Spannung, moralische Grauzonen und Figuren, die nicht nur faszinieren, sondern auch verunsichern. Ein Buch, das man nicht einfach nebenbei liest.