Colleen Hoover, wie wir sie lieben

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luisachristine Avatar

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Als die Autorin Petra Rose sich nach einem Shitstorm in eine gemütliche Hütte am See zurückzieht, um einen neuen Roman zu schreiben, klopft eines Tages Detective Nathaniel Saint an ihre Tür. Petra traut ihren Augen kaum, denn dieser Mann ist das Ebenbild ihrer neuesten Romanfigur. Die beiden beginnen ein Spiel, bei dem der Leser Herzklopfen bekommt.

Was ich direkt loswerden möchte: Dieses Buch mit "Verity" zu vergleichen ist meiner Meinung nach "Woman Down" gegenüber nicht fair. Verity war für mich ein absolutes Highlight und dementsprechend hohe Erwartungen hatte ich, nach diesen Ankündigungen. Und ich denke, dass die gemischten Reaktionen auch daher kommen. Unabhängig betrachtet hat mir persönlich Woman Down jedoch sehr gut gefallen.

Ich bin locker leicht in die Geschichte gestartet, getragen von Hoovers wunderbaren Schreibstil. Petra war mir zu beginn nicht sehr sympathisch, doch ihre Figur war sehr gut und umfangreich gezeichnet. Auch das Setting mit der Hütte am See und den seltsamen Vermietern hat gut ins Bild gepasst.

Die Spannung lässt nicht lange auf sich warten und wird konstant immer wieder aufgebaut, ohne dass es langweilig wird. Dabei ist die Handlung für mich absolut sinnvoll und die Spannung wird geschickt in das Geschehen eingebunden, sodass sie nicht aufgesetzt wird. Romantik & Spice kommen definitiv nicht zu kurz und alles zusammen ergibt für mich die perfekte Mischung aus Spannung & Romantik. Die Beziehung der beiden Hauptfiguren ist moralisch fragwürdig, abgründig und teilweise schockierend, aber die Autorin schafft es, dass man nachvollziehen kann, wie Petra sich fühlt und wieso sie selbst diese Entscheidungen trifft.

Ein kleines bisschen enttäuscht war ich vom Ende, ich hatte beim Lesen andere Möglichkeiten erwartet und hätte gedacht, dass dafür auch Potenzial da war. Ich hatte irgendwie das Gefühl, die Autorin hat sich nicht mehr getraut, den ganz großen Schock einzubringen. Trotzdem gibt es Plot Twists, während der Geschichte und am Ende.

Mich hat die Geschichte gefesselt und ich würde sie empfehlen. Für mich ein gelungenes Comeback von Colleen Hoover, bei dem sie sich selbst treu geblieben ist.