Hoovers gescheiteter Versuch sich selbst zu retten
Das war eines der schlechtesten Bücher, die ich in meinem Leben je gelesen habe – und ich kann absolut nicht nachvollziehen, woher die ganzen positiven Bewertungen hier kommen?!
(Vorsicht, diese Rezension ist mit einer gewissen Prise Sarkasmus zu genießen.)
„Woman Down“ handelt von Petra Rose, einer Autorin, die nach der Filmadaption einer ihrer beliebtesten Romane einen Shitstorm erlebt und dadurch erst mal jahrelang kein neues Buch veröffentlichen kann, da sie sich in einer Schreibblockade befindet. Dass der springende Punkt für den Shitstorm nicht die Romanverfilmung selbst ist, sondern dass Petra ihre Leser:innen belogen hat, scheint Petra nicht reflektieren zu können. Im Gegenteil, die ersten 50 Seiten des Romans bestehen aus einer einzigen Mitleidsshow, wobei Petra als auch ihre Freundin Nora ihr immer wieder einreden, was für ein guter Mensch sie doch ist und dass sie ja nichts falsch gemacht hat.
Wer denkt, „Ein Shitstorm aufgrund der Verfilmung eines Beststellerromans, das kommt mir doch irgendwie bekannt vor?“, liegt hier wohl goldrichtig. Colleen Hoover hat es doch tatsächlich geschafft ein Buch über sich selbst zu schreiben und es als fiktiven Roman zu veröffentlichen – genau das, was ihrer Protagonistin Petra zu Beginn in „Woman Down“ empfohlen wird. Obwohl Hoover selbst vor dem Buch festhält, dass der vorliegende Roman nichts mit ihrer Realität zu tun habe, frage ich mich, wen sie damit an der Nase herumführen möchte?!? Wir haben doch wohl alle die Kontroversen um die Verfilmung miterlebt und die Parallelen, die sich zwischen Petra und Hoover immer weiter ergeben, sind gewiss nicht zufällig entstanden (und auch nicht gerade wenige).
Wahrscheinlich hätte ich das Buch abbrechen sollen, nachdem nicht nur permanent um Mitleid für Petra/Colleen geheischt wurde, sondern sowohl Petras als auch indirekt Colleens Leser:innen förmlich angebettelt wurden, doch bitte, bitte keine negativen Rezensionen zu schreiben. Denn spätestens an dem Punkt, an dem Petra das Hinterlassen von negativen Rezensionen mit dem Bannen von Bücher gleichsetzt (what.the.actual.f*.), wusste ich, dass meine Rezension zu „Woman Down“ nicht positiv ausfallen würde.
Aufhören zu lesen, konnte ich trotzdem nicht, da es sich zunehmend wie ein Unfall angefühlt hat, bei dem man nicht wegschauen kann – aber es wurde immer schlimmer. Denn die arme, arme Petra fährt in eine entlegene Ferienunterkunft, um sich endlich wieder dem Schreiben zu widmen, eröffnet ihren Leser:innen in einem Livestream mit Nora auch gleich, wo sich diese Unterkunft befindet und dass sie doch so gerne auch mal selbst etwas erleben möchte, was sonst nur ihren Charakteren widerfährt, um neue Kreativität zu schöpfen. Durch eine scheinbare Fügung des Schicksals (**hust hust**) erscheint ihr dann nur wenige Tage später mit Nathaniel Saint der wohl bestaussehendste Polizist jemals, der nicht nur einen Suizid ermittelt (der direkt vor „ihrer“ Haustür stattgefunden hat, eine neue Runde Mitleid für Petra!), sondern ihr damit auch gleich als Inspiration für den Roman, an dem sie gerade arbeitet, dienen kann. In diesem möchte sie nämlich gerne über eine Affäre zwischen „Cam“, einem verheirateten Polizisten, und „Reya“ schreiben, allerdings fehlt ihr einfach die nötige Inspiration. Zum Glück ist jetzt der verheiratete Saint da, der nur zu gerne in die Rolle von „Cam“ tritt, um ihr auf die Sprünge zu helfen! Immer mehr verschwimmen hier die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, und Petra kann irgendwann ihre Gefühle nicht mehr klar abgrenzen und versteht gar nichts mehr – der erste und einzige Satz in diesem Buch, den ich nachvollziehen kann. Denn auch ich habe irgendwann einfach gar nichts mehr verstanden. Während Saint immer mehr zu wandelnden Red Flag wird, rationalisiert Petra sein Verhalten auch noch damit, dass man Charakteren in Büchern doch auch mehr durchgehen lässt (???) Ich hoffe wirklich sehr, dass niemand, der ganz klar bei Sinnen ist, so ein Verhalten akzeptieren würde, egal ob es sich um einen Buchcharakter oder eine echte Person handelt. Spätestens ab Kapitel 9 bin ich wirklich komplett ausgestiegen und hätte das Buch am liebsten in eine Ecke geworfen, weil mich Petras Dummheit und Naivität nur noch genervt hat.
Ebenso war ich genervt davon, wie redundant dieses Buch zu großen Teilen war. Immer wieder wurden einzelne Sätze, (unnötige) Hintergrundinformationen über die Charaktere und sogar ganze Szenen wiederholt, was nicht gerade zum Leseerlebnis beigetragen hat. Wen interessiert es, dass Petra jeden Tag 2 Energy Drinks trinkt, welchen Joghurt sie isst, wie viele Pakete sie sich nachhause liefern lässt und welcher Print auf Saints Shirt gedruckt ist? Mich auf jeden Fall nicht. Der Versuch, den Charakteren dadurch Tiefe zu verleihen, ist für mich jedenfalls gescheitert. Entweder waren die Charaktere durch ihre Extravaganz einfach nur anstrengend (und verdächtig) oder sie sind so flachgeblieben, dass ihre einzige Aufgabe im Roman zu sein schien, Petra ein besseres Gefühl über sich selbst zu geben.
Weder der Schreibstil noch die Charaktere noch der Plot waren auch nur ansatzweise gut ausgearbeitet und die konsequent mangelnde Selbstreflektion von Petra (und Colleen, die dieses Buch nie veröffentlicht hätte, wenn sie sich mal selbst reflektiert hätte) lassen mir leider keine Wahl als dieses Buch mit 1 Stern (eigentlich am liebsten 0) zu bewerten.
(Einen weiteren Minuspunkt gibt es übrigens für den Corgi Diss, der sowohl unangebracht als auch unnötig war, und Petra/Colleen für mich nur noch unsympathischer macht.)
(Vorsicht, diese Rezension ist mit einer gewissen Prise Sarkasmus zu genießen.)
„Woman Down“ handelt von Petra Rose, einer Autorin, die nach der Filmadaption einer ihrer beliebtesten Romane einen Shitstorm erlebt und dadurch erst mal jahrelang kein neues Buch veröffentlichen kann, da sie sich in einer Schreibblockade befindet. Dass der springende Punkt für den Shitstorm nicht die Romanverfilmung selbst ist, sondern dass Petra ihre Leser:innen belogen hat, scheint Petra nicht reflektieren zu können. Im Gegenteil, die ersten 50 Seiten des Romans bestehen aus einer einzigen Mitleidsshow, wobei Petra als auch ihre Freundin Nora ihr immer wieder einreden, was für ein guter Mensch sie doch ist und dass sie ja nichts falsch gemacht hat.
Wer denkt, „Ein Shitstorm aufgrund der Verfilmung eines Beststellerromans, das kommt mir doch irgendwie bekannt vor?“, liegt hier wohl goldrichtig. Colleen Hoover hat es doch tatsächlich geschafft ein Buch über sich selbst zu schreiben und es als fiktiven Roman zu veröffentlichen – genau das, was ihrer Protagonistin Petra zu Beginn in „Woman Down“ empfohlen wird. Obwohl Hoover selbst vor dem Buch festhält, dass der vorliegende Roman nichts mit ihrer Realität zu tun habe, frage ich mich, wen sie damit an der Nase herumführen möchte?!? Wir haben doch wohl alle die Kontroversen um die Verfilmung miterlebt und die Parallelen, die sich zwischen Petra und Hoover immer weiter ergeben, sind gewiss nicht zufällig entstanden (und auch nicht gerade wenige).
Wahrscheinlich hätte ich das Buch abbrechen sollen, nachdem nicht nur permanent um Mitleid für Petra/Colleen geheischt wurde, sondern sowohl Petras als auch indirekt Colleens Leser:innen förmlich angebettelt wurden, doch bitte, bitte keine negativen Rezensionen zu schreiben. Denn spätestens an dem Punkt, an dem Petra das Hinterlassen von negativen Rezensionen mit dem Bannen von Bücher gleichsetzt (what.the.actual.f*.), wusste ich, dass meine Rezension zu „Woman Down“ nicht positiv ausfallen würde.
Aufhören zu lesen, konnte ich trotzdem nicht, da es sich zunehmend wie ein Unfall angefühlt hat, bei dem man nicht wegschauen kann – aber es wurde immer schlimmer. Denn die arme, arme Petra fährt in eine entlegene Ferienunterkunft, um sich endlich wieder dem Schreiben zu widmen, eröffnet ihren Leser:innen in einem Livestream mit Nora auch gleich, wo sich diese Unterkunft befindet und dass sie doch so gerne auch mal selbst etwas erleben möchte, was sonst nur ihren Charakteren widerfährt, um neue Kreativität zu schöpfen. Durch eine scheinbare Fügung des Schicksals (**hust hust**) erscheint ihr dann nur wenige Tage später mit Nathaniel Saint der wohl bestaussehendste Polizist jemals, der nicht nur einen Suizid ermittelt (der direkt vor „ihrer“ Haustür stattgefunden hat, eine neue Runde Mitleid für Petra!), sondern ihr damit auch gleich als Inspiration für den Roman, an dem sie gerade arbeitet, dienen kann. In diesem möchte sie nämlich gerne über eine Affäre zwischen „Cam“, einem verheirateten Polizisten, und „Reya“ schreiben, allerdings fehlt ihr einfach die nötige Inspiration. Zum Glück ist jetzt der verheiratete Saint da, der nur zu gerne in die Rolle von „Cam“ tritt, um ihr auf die Sprünge zu helfen! Immer mehr verschwimmen hier die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, und Petra kann irgendwann ihre Gefühle nicht mehr klar abgrenzen und versteht gar nichts mehr – der erste und einzige Satz in diesem Buch, den ich nachvollziehen kann. Denn auch ich habe irgendwann einfach gar nichts mehr verstanden. Während Saint immer mehr zu wandelnden Red Flag wird, rationalisiert Petra sein Verhalten auch noch damit, dass man Charakteren in Büchern doch auch mehr durchgehen lässt (???) Ich hoffe wirklich sehr, dass niemand, der ganz klar bei Sinnen ist, so ein Verhalten akzeptieren würde, egal ob es sich um einen Buchcharakter oder eine echte Person handelt. Spätestens ab Kapitel 9 bin ich wirklich komplett ausgestiegen und hätte das Buch am liebsten in eine Ecke geworfen, weil mich Petras Dummheit und Naivität nur noch genervt hat.
Ebenso war ich genervt davon, wie redundant dieses Buch zu großen Teilen war. Immer wieder wurden einzelne Sätze, (unnötige) Hintergrundinformationen über die Charaktere und sogar ganze Szenen wiederholt, was nicht gerade zum Leseerlebnis beigetragen hat. Wen interessiert es, dass Petra jeden Tag 2 Energy Drinks trinkt, welchen Joghurt sie isst, wie viele Pakete sie sich nachhause liefern lässt und welcher Print auf Saints Shirt gedruckt ist? Mich auf jeden Fall nicht. Der Versuch, den Charakteren dadurch Tiefe zu verleihen, ist für mich jedenfalls gescheitert. Entweder waren die Charaktere durch ihre Extravaganz einfach nur anstrengend (und verdächtig) oder sie sind so flachgeblieben, dass ihre einzige Aufgabe im Roman zu sein schien, Petra ein besseres Gefühl über sich selbst zu geben.
Weder der Schreibstil noch die Charaktere noch der Plot waren auch nur ansatzweise gut ausgearbeitet und die konsequent mangelnde Selbstreflektion von Petra (und Colleen, die dieses Buch nie veröffentlicht hätte, wenn sie sich mal selbst reflektiert hätte) lassen mir leider keine Wahl als dieses Buch mit 1 Stern (eigentlich am liebsten 0) zu bewerten.
(Einen weiteren Minuspunkt gibt es übrigens für den Corgi Diss, der sowohl unangebracht als auch unnötig war, und Petra/Colleen für mich nur noch unsympathischer macht.)