Kommt bei weitem nicht an "Verity" ran

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romyslesefieber Avatar

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Nach dem Shitstorm, den die Verfilmung ihres letzten Thrillers verursacht hat, hat sich die Autorin Petra Rose vollständig aus der Öffentlich zurückgezogen und befindet sich in einer ausgewachsenen Schreibblockade. Um endlich bei ihrem aktuellen Buchprojekt weiterzukommen und an ihren früheren Erfolg anzuknüpfen, zieht sie sich wie jedes Jahr für einige Wochen in eine Hütte am See zurück.

Gegenstand ihrer neuen Geschichte sind die Autorin Reya und der attraktive Cop Cam, die eine heiße Affaire beginnen, obwohl Cam verheiratet ist. Als sich in der Nähe von Petras Hütte am See ein Mann erschießt und sie anschließend von einem nicht weniger attraktiven (und verheirateten) Detective zu dem Vorfall befragt wird, wird Petras Fanatsie beflügelt. Petra und der Detective “Saint” lassen sich auf ein gefährliches Rollenspiel ein, wodurch die Grenzen zwischen Petras Geschichte und der Realität langsam verschwimmen…

Ich habe zu “Woman Down” von Colleen Hoover gemischte Gefühle. In Erwartung einer ähnlich packenden Geschichte mit atemberaubenden Plot Twists wie in “Verity” hatte ich entsprechend hohe Erwartungen an den neuen Romantic Thriller von Colleen Hoover, die sich leider nicht ganz erfüllt haben. Während ich die Ausgangssituation des Plots sehr spannend fand, hatte ich mit der Umsetzung leider ein paar Probleme.

Spannend fand ich die Tatsache, dass die Geschichte aus einer Novelle entstanden und etwas weiterentwickelt wurde. Ohne sie vorher gelesen zu haben, denke ich, dass sich der Stoff sehr gut für eine Novelle eignet, für ein ganzes Buch hätte ich mir allerdings noch mehr unvorhergesehende Wendungen gewünscht. Leider kam die Auflösung der Geschichte nicht ganz überraschend.

Als größten Kritikpunkt möchte ich die Charaktere anbringen. Leider bin ich mit keiner Person so richtig warm geworden. Mit Petra Roses Verhalten und Moralempfinden konnte ich mich nicht identifizieren - was auch nicht unbedingt sein muss, allerdings waren ihre Beweggründe teilweise nicht ganz nachvollziehbar und ihre Art einfach nur anstrengend. Der Detective “Saint” war hot, keine Frage, aber ich finde man hat schnell gemerkt, in welche Richtung sich seine Rolle in der Geschichte entwickelt. Auch die Nebenfiguren fand ich zum Teil unauthentisch. Besonders zu Beginn der Geschichte hatte ich beim Lesen bei einigen Personen wie z.B. Nora und Mari eine künstlich klingende Synchronsprecherstimme im Kopf. Die Dialoge haben sich teilweise angefühlt wie aus einer nervigen amerikanischen Komödie.

Nichtsdestotrotz habe ich die Geschichte gerne gelesen und der Schreibstil hat einen gewissen Sog entwickelt, sodass ich sie trotz der Kritikpunkte nicht aus der Hand legen konnte.

Fazit: “Woman Down” kommt leider an “Verity” bei weitem nicht ran, ist aber ohne die hohen Erwartungen eine kurzweilige Geschichte.