Kurzweilig, emotional und temporeich

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Woman Down von Colleen Hoover liest sich sehr flüssig und zügig. Schon nach wenigen Seiten hat mich die Geschichte gepackt und mit einem angenehmen Sog durch das Buch getragen. Dieses stetige Bedürfnis, noch ein Kapitel zu lesen, blieb bis zum Schluss erhalten. Die Spannung hält sich konstant und macht den Roman zu einer kurzweiligen Lektüre, die im Moment des Lesens genau das tut, was sie soll: unterhalten. Für mich war es die erste Begegnung mit Colleen Hoovers Schreiben.

Wer einen klassisch-düsteren Psychothriller erwartet, sollte seine Erwartungen etwas anpassen. Woman Down lässt sich für mich eher als temporeicher Romantic Suspense einordnen, der spannende Elemente mit einer romantischen und erotischen Komponente verbindet. Gerade diese Mischung sorgt für einen flüssigen Lesefluss und trägt viel zum Unterhaltungswert bei.
Besonders interessant fand ich den metafiktionalen Kern der Geschichte. Im Mittelpunkt steht die Autorin Petra Rose, die nach einer öffentlichen Kontroverse mit einer Schreibblockade kämpft. Die Passagen über den kreativen Prozess, Selbstzweifel und den Druck öffentlicher Wahrnehmung wirkten auf mich erstaunlich lebendig und authentisch. Auch wenn Hoover ausdrücklich darum bittet, keine autobiografischen Parallelen zu ziehen, verleiht dieser Blick hinter die Kulissen dem Roman eine zusätzliche, reizvolle Ebene.

Insgesamt ist Woman Down kein Buch, das lange nachhallt, aber eines, das mir während des Lesens durchgehend Spaß gemacht hat – eine solide, gut funktionierende Unterhaltung, besonders für alle, die Colleen Hoovers leichten Stil und ihre direkte Erzählweise mögen.