Was war das?

Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern Leerer Stern Leerer Stern
lines Avatar

Von

In den letzten Jahr ging kaum ein Weg an Colleen Hoover, ihrer Filmadaption und auch der Kontroverse zum Film (und ihr als Person) vorbei. So versprechen bereits die ersten Seiten von Woman Down einen wilden Ritt, denn auch wenn explizit erwähnt wird, dass es keine Zusammenhänge zwischen den Inhalten im Buch und ihrem tatsächlichen Leben gibt, ist es unmöglich, keine Rückschlüsse auf tatsächlich stattgefundene Ereignisse und CoHo zu ziehen und ich frage mich, ob sie ihre Leser:innen tatsächlich für so dumm hält, aber well. Um eine Userin auf Goodreads zu zitieren: „CoHo is writing fanfic about herself now? Wild.“

Es gibt viele Möglichkeiten mit Backlashs, wie sie sie erlebt hat, umzugehen; die eigenen Leser:innen in einem neuen Roman zu bashen, die eigene Position so vehement zu verteidigen, sich selbst in die Opferrolle zu schreiben und es dann irgendwie als Fiction zu verkaufen ist da definitiv eine der gewagteren lol.

Ich dachte, den Roman ohne all dem Wissen im Hinterkopf zu beurteilen, würde mir schwer fallen, aber tatsächlich gibt Woman Down auch so wirklich endlos Angriffsfläche her. First of all: Dieses Buch ist kein Thriller. All die Möglichkeiten, die Story in eine Richtung zu lenken, die irgendwie thrilling ist, wurden komplett verschenkt. Die Plottwists sind nicht twisty, sondern entweder vorhersehbar, langweilig oder enttäuschend. Mit all dem Gejammere wirkt der tatsächliche Plot stellenweise eher wie ein Nebenprodukt und hätte etwas von der Energie brauchen können, die sie stattdessen lieber in ihre Pity Party investierte.

Und nun die Punkte, die mich zusätzlich genervt haben: Die Hauptfigur Coll- ähh Petra ist an Inkonsistenz, Antipathie und Heuchelei kaum zu übertreffen. Ich habe lange keine so unterirdisch konzipierte Hauptfigur gelesen, die derart verwerfliche Werte vertritt.
Auch von CoHos Art zu erzählen war ich absolut kein Fan; viel zu viele Erzählstränge führen ins Nichts oder haben nichts zur Story beigetragen und hätte man all die Passagen entfernt, an denen sie gefühlt einfach Seiten füllen wollte, indem sie Dinge (mehrmals) wiederholt oder bereits Erwähntes nochmal aufgreift, wäre dieser Roman wachrscheinlich 100 Seiten kürzer geworden.

Da ich (leider?) nicht wirklich etwas Positives zu sagen habe, schließe ich mit einem weiteren Zitat eines Users auf Goodreads: „more like woman, put the pen down“ 🫰🏼