Wiederholung einer bereits bekannten Geschichte

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Mit großen Erwartungen habe ich zu „Woman Down“ gegriffen – und wurde bereits auf den ersten Seiten unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Erst das Vorwort offenbarte, dass es sich um eine neu überarbeitete Fortsetzung von „All das Ungesagte zwischen uns“ handelt. Wer diese Geschichte bereits kennt – wie ich -, wird schnell merken: Vieles fühlt sich vertraut an. Zu vertraut. Was einst fesselte, wirkt hier eher wie ein Echo vergangener Spannung. Trotz kleiner neuer Akzente bleibt am Ende vor allem der Eindruck einer aufgewärmten Idee zurück – und das ist enttäuschend.

Im Zentrum steht die Autorin Petra, gefangen zwischen Öffentlichkeit und Rückzug, zwischen kreativer Lähmung und dem verzweifelten Wunsch nach Kontrolle. Die Flucht an den See, in die Abgeschiedenheit einer Hütte, verspricht einen Neuanfang – doch statt Ruhe tritt eine Gestalt aus ihrer eigenen Fantasie in ihr Leben. Ein Mann, der wirkt, als sei er direkt ihren Seiten entstiegen, ein Cop mit düsterer Ausstrahlung und gefährlicher Anziehungskraft.

Was als kreative Inspiration beginnt, kippt schnell in ein Spiel, das Grenzen verwischt und existenzielle Risiken mit sich bringt. Leider bleibt genau dieses Spiel erstaunlich spannungsarm. Die Dynamik zwischen den Figuren entfaltet kaum neue Intensität, die Handlung gleitet vorhersehbar und leider auch bekannt dahin. Der vermeintlich gefährliche Sog entwickelt nie die Tiefe oder Dringlichkeit, die man sich von einem Thriller wünscht. Einzig ein paar Szenen haben mal kurz für Schnappatmung gesorgt, welche aber direkt wieder abebbte.

Selbst der Schauplatz – atmosphärisch, abgeschieden, voller Potenzial – kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es an echten Höhen und Tiefen fehlt.

Zwar schreibt Hoover gewohnt flüssig und bildhaft, doch Stil allein trägt diese Geschichte nicht. Die fehlende Spannung und ein Ende, das keine Überraschung bereithält, lassen „Woman Down“ letztlich blass zurück. Für mich bleibt das Buch eine verpasste Chance – und leider eine durchweg ernüchternde Lektüre.

Fazit: „Woman Down“ punktet mit vertrautem Schreibstil und stimmungsvoller Kulisse, verliert sich jedoch in der Wiederholung einer bereits bekannten Geschichte. Trotz interessanter Ansätze fehlt es an echter Spannung und emotionaler Tiefe. Für neue Leser mag das Buch funktionieren – wer das Original kennt, bleibt enttäuscht zurück.