Der schlimmste Teil dieses Buches war die Schwester

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wildnwitchybooks Avatar

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Achtung: Diese Rezension enthält Spoiler zur Handlung.

Ich habe Worst Date Ever von Kasie West als Hörbuch gehört und hatte mit diesem Buch wirklich eine überraschend gute Zeit. Nach dem Einstieg war ich mir noch nicht ganz sicher, ob wir beide Freunde werden, aber je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr hat sie mich gepackt.

Margot träumt davon, als Literaturagentin durchzustarten und irgendwann ihre eigene große Liebesgeschichte zu erleben. Nach einem katastrophalen ersten Date mit Oliver treffen die beiden Jahre später erneut aufeinander und entwickeln zunächst eine Freundschaft, aus der nach und nach mehr wird. Währenddessen verliert Margot ihren Job und versucht, sich beruflich neu aufzustellen, wobei Oliver sie mehr unterstützt als die meisten Menschen in ihrem Umfeld.

Die Liebesgeschichte zwischen den beiden hat mir wirklich gut gefallen. Oliver ist aufmerksam, unterstützend und einfach ein sympathischer Love Interest. Besonders schön fand ich, dass die Geschichte nach dem Einstieg nicht dauerhaft an Dating-Apps und Dates hängen bleibt, sondern sich stärker auf die Figuren und ihre Entwicklung konzentriert.

Mein größter Kritikpunkt und gleichzeitig der Grund, warum mich dieses Buch emotional so gefesselt hat, war allerdings Margots Familie – allen voran ihre Schwester Audrey. Selten hat mich eine Figur in einer Romance so sehr aufgeregt wie sie. Audrey mischt sich ständig in Margots Leben ein, beurteilt ihre Entscheidungen, verkauft ihre Kritik als Sorge und scheint überhaupt nicht zu merken, wie verletzend und übergriffig sie dabei ist. Besonders schlimm wurde es für mich, als herauskommt, dass Oliver ihr Ex-Freund ist, den sie selbst betrogen hat, und sie trotzdem noch Besitzansprüche auf ihn erhebt. Statt Verantwortung für ihr eigenes Verhalten zu übernehmen, setzt sie Margot unter Druck und erwartet von ihr Loyalität, die sie selbst nie gezeigt hat.

Noch frustrierender fand ich, dass die Eltern dieses Verhalten immer wieder unterstützen. Dass Margot erst in der zwanzigsten Schwangerschaftswoche erfährt, dass ihre Schwester ein weiteres Kind bekommt, obwohl der Rest der Familie längst Bescheid wusste, zeigt ziemlich deutlich, wie gestört das Verhältnis zwischen den beiden zu diesem Zeitpunkt bereits ist. Mir hat hier stellenweise eine echte Auseinandersetzung mit toxischen Familienstrukturen gefehlt. Ein Teil von mir hätte es sogar spannend gefunden, wenn das Buch den Gedanken eines Kontaktabbruchs oder zumindest klarerer Grenzen stärker verfolgt hätte.

Trotzdem hat mich die Geschichte unglaublich gut unterhalten. Die Konflikte haben mich emotional gepackt, ich habe mit Margot mitgefiebert und ihr von Herzen gewünscht, dass sie endlich Menschen in ihrem Leben hat, die sie unterstützen, statt sie ständig kleinzumachen. Am Ende bekommt sie ihr Happy End, startet beruflich durch und auch das Verhältnis zu Audrey verbessert sich mit etwas Abstand und Zeit wieder. Durch den Zeitsprung im Epilog konnte ich diese Entwicklung auch nachvollziehen.

Für mich war das eine sehr unterhaltsame Romance mit einer gelungenen Liebesgeschichte, einem großartigen Love Interest und einer Schwester, die mich über weite Strecken mehr aufgeregt hat als jeder eigentliche Bösewicht der Geschichte.