Absoluter Pageturner

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ellinorliest Avatar

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Bücher wie Yesteryear werden als Midcult- oder Sweet-Spot-Literatur bezeichnet, wie ich mittlerweile gelernt habe: Bücher, die einen gewissen, jedoch nicht übermäßigen literarischen Abspruch haben und durch ihre Handlung sehr viele Menschen begeistern. Bücher, um deren Rechte sich die Verlage reißen.
Yesteryear heißt nicht nur der Roman, sondern auch die Farm, auf der Natalie mit ihrer Familie lebt. Dazu gehören ihr Ehemann Caleb sowie 5+ Kinder. Natalie ist ein Tradwife - sie verdient ihr Geld damit, anderen online ihr scheinbar perfektes Leben als christliche Hausfrau und Mutter vorzuspielen. Ein Leben, dass nur mit sehr viel finanzieller und personeller Unterstützung so möglich ist und großteils auch nur Kulisse ist. Doch eines Tages wacht Natalie auf und scheint sich tatsächlich im Jahr 1850 zu befinden, der Zeit die sie vorgibt, widerzuspiegeln.
Ich konnte Yesteryear kaum aus der Hand legen. Ich fand es unheimlich spannend. Mit Natalie hat Caro Claire Burke eine Figur erschaffen, die fasziniert und abstößt zugleich. Ihren Werdegang fand ich sehr interessant gestaltet. Auch die unterschiedlichen Perspektiven, derer sich Natalie durchaus bewusst ist, waren gut herausgearbeitet.
Ich hatte bald eine Ahnung, in welche Richtung sich der Pionierhandlungsstrang entwickeln würde, da mir von Anfang an einige Dinge merkwürdig erschienen (beispielsweise wieso sich Natalie von Mary so befehligen lässt oder weshalb gar kein Kontakt zur Außenwelt besteht). Die letztendliche Auflösung hatte ich jedoch nicht vorhergesehen. Ich fand sie krass, aber sehr passend. Der Autorin gelingt es, die Tradwife-Thematik tatsächlich einen Schritt weiterzutreiben.
Von Yesteryear bin ich sehr positiv überrascht (ich bin bei gehypten Büchern ja grundsätzlich skeptisch). Ein sehr unterhaltsames, spannendes und vielseitiges Buch. Große Leseempfehlung!