Behandelt das aktuelle Thema “Tradwives”

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Natalie Heller Mills ist eine „Tradwife“. Auf Social Media zeigt sie ihr scheinbar perfektes Leben als konservative Hausfrau auf einer Farm. Von den Nannys und dem Luxus bekommt das Internet nichts mit, um die Illusion des idealen Lebens nicht zu zerstören.
Eines Morgens erwacht Natalie in einer scheinbaren Vergangenheit, in der sie genau das Leben führen muss, das sie auf Social Media vorgibt zu leben. Doch wie geht man damit um, wenn ein Schauspiel plötzlich zur Realität wird?
Bezüglich der äußeren Gestaltung: Die Cover, sowohl das rosa-türkise der deutschen Ausgabe als auch das englische mit den Kühe, gefallen mir ausgesprochen gut und passen perfekt zur Atmosphäre des Buches.
Inhaltlich hat mich das Buch sofort angesprochen. Tradwives sind ein brandaktuelles Thema, was sicherlich ein großer Grund dafür ist, warum das Buch diesen Sommer so beliebt ist. Ich persönlich finde das Thema sehr interessant, da ich kaum verstehen kann, warum man heutzutage freiwillig einen Lebensstil verfolgen möchte, bei dem auf so viele Innovationen verzichtet wird, die die Menschheit im letzten Jahrhundert entwickelt hat. Dass bereits zu Beginn deutlich wird, dass fast alle Beiträge von Natalie fake und ausschließlich für Klicks inszeniert sind, ließ mich mit der Frage zurück, wie viele vermeintlich „echte“ Tradwives auf Social Media ihr gesamtes Leben inszenieren.
Besonders gelungen finde ich die Idee der Alternativwelt, in der Natalie aufwacht und plötzlich wirklich das harte Leben führen muss, das sie ihren Followern immer vorgibt zu haben. Dadurch wird dem Leser bewusst, wie weit die heutige Inszenierung vieler Tradwives und das tatsächliche Farmleben früher auseinanderliegen. Vor allem die Auflösung, wie Natalie überhaupt in diese Welt geraten ist, hat meine Erwartungen und Vermutungen deutlich übertroffen.
Auch die Figuren fand ich durchaus interessant. Natalie als Hauptfigur ist weder eindeutig gut noch böse, was ich immer positiv finde. Ich selbst konnte sie, wie vermutlich die meisten Leser, nicht leiden. Im Verlauf des Buches wird jedoch deutlich, warum sie zu der Frau geworden ist, die gemeinsam mit ihrem Mann Caleb dieses Leben aufgebaut hat, auch wenn das aus meiner Sicht viele ihrer Fehler nicht entschuldigt. Gegen Ende erfahren wir außerdem weitere Details über sie, die den Blick auf sie und ihre große Familie noch einmal verändern.
Auch wenn sich das Buch stellenweise genauso entwickelt, wie man es erwartet, besitzt es viele starke Momente und insbesondere ein unerwartetes, gelungenes Ende. Obwohl die Geschichte abgeschlossen ist, regt sie dennoch zum Nachdenken an. Wer ist hier eigentlich das Opfer? Wie extrem darf man auf Social Media lügen? Und was wäre ich bereit, für ein Leben im Luxus zu opfern?
Insgesamt ist Yesteryear ein starker Roman, der das aktuelle Thema der Tradwives aufgreift. Die Inszenierung eines vermeintlich perfekten Lebensstils wird ausführlich und kritisch beleuchtet. Besonders gelungen finde ich die Umsetzung der Alternativwelt, Natalie als Hauptfigur sowie das Ende der Geschichte. Daher kann ich den Hype um das Buch gut nachvollziehen und es klar weiterempfehlen.