#blessed
Natalie ist eine Tradwife wie aus dem Bilderbuch. Ihr Studium hat sie abgebrochen, weil sie ihren Ehemann Caleb – jüngster Spross einer reichen Politikerfamilie - kennengelernt und quasi vom Fleck weg geheiratet hat. Wie es sich für eine gute christliche Ehefrau gehört bekommt sie ein Kind nach dem anderen – dass ihr Mutterinstinkt eher schwach ausgeprägt ist – geschenkt! Immerhin sieht das in den Instagram-Reels ihres pittoresken Heims ganz anders aus. Eine Idylle springt einen aus jedem Bild an, die das Publikum gleichermaßen liebt und hasst. Üppige, hausgemachte Bio-Malhzeiten, selbst gebackenes Brot, eine Hühnerschar, handgemachte Seife, Beigetöne, weite Landschaften, eigene Rohmilch von der Farmkuh, zuckersüße Kinder und Gottesfürchtigkeit. #blessed.
Doch Natalies Leben ist nicht so perfekt wie es scheint. Überall lauern Bruchstellen, die die junge Frau größtenteils gekonnt wegignoriert. Man möchte eigentlich kein Mitleid mit Natalie haben, weil sie einfach unmöglich ist: Neidisch, missgünstig, prätentiös, überehrgeizig, ungerecht, sie hält sich für etwas Besseres und ist – wie schon ihre Mutter bedauert – einfach nicht nett! Aber dann fiebert man doch mit ihr mit. Zum einem, weil sie so wunderbar schnodderig und treffend bissig ist. Zum anderen, weil sie an sich ein Opfer ihrer Umstände ist: Ein religiöses Elternhaus, das ihr Werte eingetrichtert hat, an die es sich selbst nicht hält. Eine angeheiratete Familie, die letztlich nur auf ihr eigenes Wohl, ihren Ruf und ihr Geld bedacht ist, egal wie viel Natalie opfert.
Ohne erhobenen Zeigefinger macht Carol Claire Burke auf die Doppelmoral des Tradwife-Content aufmerksam. Und das auch noch auf absolut unterhaltsame Art und Weise! Ich liebe es ja, wenn eine etwas absurd anmutende Handlung auf die Spitze getrieben wird. Und in Yesteryear hat Burke es wirklich auf die alleroberste Spitze getrieben! Mehr geht nicht. Genau mein Vibe!
Ich bin hier nur so durch die Seiten geflogen, wurde wunderbar unterhalten und gleichzeitig mit einer auf verschiedenen Ebenen gesellschaftskritischen Story belohnt. Eine wunderbar irre Geschichte von einer smarten Autorin, die das Fingerspitzengefühl für die richtige Mischung aus aktuelle Themen und Humor hat. Einfach klasse!
Doch Natalies Leben ist nicht so perfekt wie es scheint. Überall lauern Bruchstellen, die die junge Frau größtenteils gekonnt wegignoriert. Man möchte eigentlich kein Mitleid mit Natalie haben, weil sie einfach unmöglich ist: Neidisch, missgünstig, prätentiös, überehrgeizig, ungerecht, sie hält sich für etwas Besseres und ist – wie schon ihre Mutter bedauert – einfach nicht nett! Aber dann fiebert man doch mit ihr mit. Zum einem, weil sie so wunderbar schnodderig und treffend bissig ist. Zum anderen, weil sie an sich ein Opfer ihrer Umstände ist: Ein religiöses Elternhaus, das ihr Werte eingetrichtert hat, an die es sich selbst nicht hält. Eine angeheiratete Familie, die letztlich nur auf ihr eigenes Wohl, ihren Ruf und ihr Geld bedacht ist, egal wie viel Natalie opfert.
Ohne erhobenen Zeigefinger macht Carol Claire Burke auf die Doppelmoral des Tradwife-Content aufmerksam. Und das auch noch auf absolut unterhaltsame Art und Weise! Ich liebe es ja, wenn eine etwas absurd anmutende Handlung auf die Spitze getrieben wird. Und in Yesteryear hat Burke es wirklich auf die alleroberste Spitze getrieben! Mehr geht nicht. Genau mein Vibe!
Ich bin hier nur so durch die Seiten geflogen, wurde wunderbar unterhalten und gleichzeitig mit einer auf verschiedenen Ebenen gesellschaftskritischen Story belohnt. Eine wunderbar irre Geschichte von einer smarten Autorin, die das Fingerspitzengefühl für die richtige Mischung aus aktuelle Themen und Humor hat. Einfach klasse!