Ein Buch, das zum nachdenken anregt!

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
lottegc Avatar

Von

Yesteryear – Caro Claire Burke

Was mich an Yesteryear am meisten fasziniert hat, ist die Art und Weise, wie Caro Claire Burke so viele verschiedene gesellschaftskritische Themen in einer einzigen Geschichte miteinander verwebt.

Im Mittelpunkt steht Natalie, eine sogenannte „Tradwife“, die ihr Leben auf Social Media inszeniert, als würde sie als traditionelle Frau im 19. Jahrhundert leben. Doch eines Tages wacht sie auf und befindet sich genau in diesem Leben, dass sie sonst ihren Followern vorgespielt hat. Und in der Realität spielt sich das natürlich ganz anders ab..

Besonders spannend fand ich dabei die Auseinandersetzung mit Social Media und der Frage, wie sehr wir uns von einer perfekt inszenierten Scheinwelt blenden lassen. Aber das Buch geht noch so viel weiter. Durch Natalies Schwiegervater, der Politiker ist, wird beispielsweise auch ein kritischer Blick auf Politik und Macht geworfen. Gleichzeitig spielen familiäre Beziehungen, Rollenbilder, Abhängigkeiten und viele weitere gesellschaftliche Themen eine wichtige Rolle.

Und genau hier liegt für mich eine der größten Stärken des Buches: Trotz der vielen kritischen Themen wirkt die Geschichte nie überladen. Der Schreibstil ist sehr einfach, bildlich und zugänglich, wodurch es der Autorin gelingt, diese ganzen Aspekte ganz selbstverständlich in die Handlung einfließen zu lassen, ohne dass das eigentliche Thema der Geschichte verloren geht.

Yesteryear ist definitiv eines dieser Bücher, die man nicht einfach zuklappt und dann vergisst. Es regt auf ganz unterschiedliche Weise zum Nachdenken an.

Das Ende fand ich persönlich noch einmal besonders faszinierend – und gleichzeitig erschreckend. Mehr sage ich dazu an dieser Stelle jedoch nicht, um nicht zu viel zu Spoilern.

Ein wirklich außergewöhnliches Buch, dass meiner Meinung nach jeder mal lesen sollte.