Ein geschicktes Verwirrspiel mit Social-Media-Kritik

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missemilia Avatar

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Yesteryear hat mich von der meisterhaft aufgebauten Prämisse bis zur letzten Seite extrem gut unterhalten.

​Die Story greift ein sehr aktuelles Thema auf: Natalie ist eine extrem erfolgreiche Tradwife-Influencerin, die Millionen von Followern das vermeintlich perfekte, romantisch verklärte Farmleben vorgaukelt. Doch als sie eines Tages aufwacht, ist das ganze Produktionsteam weg – und sie muss genau dieses harte Leben auf einmal wirklich führen.

​Besonders hervorheben möchte ich die bissige, scharfsinnige Schreibweise. Die Autorin legt es meisterhaft darauf an, dass man für die kalkulierte und narzisstische Protagonistin einfach keine Sympathie empfinden kann. Umso beeindruckender ist der Sog der Erzählung: Obwohl Natalie eine Figur ist, die man gefühlt einfach ablehnen muss, war der Plot so mitreißend geschrieben, dass ich wie gebannt weiterlesen musste und das Buch nicht aus der Hand legen konnte.

​Das liegt vor allem an der clever aufgebauten Spannung. Durch den ständigen Wechsel der Storylines bleibt das Tempo konstant hoch. Das Buch wird an keiner Stelle langweilig. Und das absolute Highlight: Die Auflösung hat mich ehrlich überrascht – ohne zu spoilern: Dass ein Buch mich am Ende so eiskalt erwischt, ist wirklich selten und macht Yesteryear zu etwas ganz Besonderem.

​Ein kleiner Wermutstropfen:
Stellenweise hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte noch etwas mehr in die Tiefe geht. Gerade gegen Ende fühlte sich die Handlung leider etwas gehetzt an, wodurch nicht alle Facetten ihr volles Potenzial entfalten konnten.

Mein Fazit: Eine entlarvende, extrem packende Kritik an den Abgründen der Social-Media-Welt mit enormem Suchtfaktor, einem starken Stil und einem Twist, der sitzt. Trotz etwas gehetztem Ende eine ganz klare Leseempfehlung!