Fesselnd bis verstörend

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lulu Avatar

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Es fällt mir schwer, diesen Roman zu rezensieren, ohne zu viel vom Inhalt zu spoilern: Caro Claire Burke erzählt von Natalie, einem erfolgreichen und selbstbewussten Tradwife in den sozialen Medien, die eines Tages aufwacht und sich im ungeschönten harten Alltag des Farmerlebens wiederfindet, das sie bisher idealisiert und gut vermarktet hat.

Über viele Seiten bleibt der Leser im Unklaren, was passiert ist. Stattdessen erfährt er viel über Natalie Biographie, die prägende religiöse Erziehung durch die Mutter und das allgegenwärtige Mantra ‚Stelle Dir vor, Du würdest beobachtet‘. Der Roman zeigt ihre religiös-fundamentalistische Deutung ihres Lebens, die zunehmend in eine religiöse Projektion übergeht, bis auch für den Leser die Grenzen zwischen Realität und Wahn verschwimmen. Das ist zunächst faszinierend und später zusehends verstörend und lässt die Lektüre streckenweise ähnlich anstrengend werden wie der neue Alltag der Protagonistin.

Der Roman ist fesselnd geschrieben, aber mein innerer Widerstand gegen die Ereignisse sowie besonders gegen die Deutung durch die Protagonistin wuchs gerade im letzten Drittel des Buches erheblich. Hätte ich nicht auf die Auflösung hingefiebert, hätte ich vielleicht vorzeitig aufgegeben. Erst kurz vor Schluss wird der Ablauf der Geschehnisse in einen logischen Zusammenhang gebracht, und lässt sich nachvollziehen.