Irgendwie anders als erwartet

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
verybigbooklove Avatar

Von

Yesteryear ist gerade wirklich in aller Munde und wird gefühlt von allen gefeiert. Ich hatte deshalb ziemlich hohe Erwartungen – und vielleicht lag genau da schon mein Problem.

Thematisch hatte ich etwas völlig anderes erwartet. Durch den Influencer-Aspekt dachte ich, dass Social Media und das Leben als Influencer viel stärker im Mittelpunkt stehen würden. Stattdessen dreht sich ein großer Teil der Geschichte um das Trad-Wife-Thema. Und damit konnte ich persönlich einfach nicht besonders viel anfangen.

Was mich allerdings wirklich überrascht hat: Dieses Buch hat eine wahnsinnige Sogwirkung. Ich fand vieles inhaltlich gar nicht besonders gut, teilweise sogar ziemlich fragwürdig – und trotzdem musste ich immer weiterlesen. Ich wollte wissen, was als Nächstes passiert. Und ich kann bis jetzt nicht genau sagen, warum.

Es ist ein bisschen wie bei einem Verkehrsunfall: Man weiß, dass man eigentlich nicht hinschauen sollte. Man weiß, dass das, was man gleich sehen wird, wahrscheinlich nicht schön ist. Aber man muss trotzdem hinschauen. Genau dieses Gefühl hatte ich beim Lesen.

Das Ende kam für mich tatsächlich unerwartet. Allerdings war es mir dann doch eine Nummer zu viel. Es wirkte auf mich extrem konstruiert und so weit hergeholt, dass ich am Ende eher mit den Augen gerollt als mitgefiebert habe.

Vielleicht bin ich mit der falschen Erwartung an das Buch gegangen. Vielleicht trifft es einfach nicht meinen Geschmack. Aber ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum Yesteryear für so viele das absolute Highlight ist.

Mein Fazit: Nicht mein Buch – aber verdammt schwer aus der Hand zu legen. Und irgendwie ist das schon wieder faszinierend.