Natalies göttliche Mission
Natalie Heller Mills ist eine gute Christin, eine liebevolle Ehefrau, Mutter von sechs Kindern, die sie zu Hause unterrichtet. Mit ihrem Mann bewirtschaftet sie eine idyllische Farm – alles scheint ihr mühelos zu gelingen. Dies ist zumindest das Bild, das sie auf Social Media vermittelt, wo ihr Millionen Menschen folgen. Die helfenden Hände im Hintergrund sollen bleiben, wie sie sind, nämlich unsichtbar. Eines Tages wacht sie auf und muss das echte Leben einer Pioniersfrau leben, das sie immer nur vorgetäuscht hat…
Erster Eindruck: Das Cover des Schutzumschlages gefällt mir nicht wirklich (ich bin kein Fan von Schutzumschlägen), aber das umlaufende Bild auf dem Hardcover ist sehr schön – schade, dass nicht dieses Bild das Cover ist.
Das Buch spielt auf verschiedenen Ebenen, was durchaus etwas Konzentration benötigte, da man ein paar Seiten in der Gegenwart war, dann wieder zurück in der Vergangenheit.
Wow, Natalie konnte mitnichten Sympathiepunkte bei mir sammeln. Gegen aussen die perfekte Fassade, aber innen – was wir Leser:innen natürlich vermittelt bekamen – ist sie bösartig. Aus ihrer Sicht ist ihr Ehemann wohl der dümmste Mann auf Erden. Und ihre Kinder kann sie ebenfalls nicht leiden. Ihre Mutter geht ihr auf die Nerven, und ihre Schwester mit deren Nichtsnutz von Ehemann sowieso. Und von den Schwiegereltern wollen wir gar nicht erst anfangen. Oha! Aber: Auf Social Media sieht man nur wunderbare Fotos ihrer Familie, es werden Koch- und Backrezepte ins richtige Licht gestellt (und selbstverständlich gibt es auch die nötigen Merchandise-Produkte zu kaufen), alles mühelos, alles easy. Die „wütenden Weiber“, die sich im Netz abfällig zu ihren Posts, Reels und Stories äussern, sind im tiefsten Innern einfach neidisch. Recht so – meint Natalie.
„Manchmal wurde mir fast schlecht, wenn ich darüber nachdachte, wie perfekt mein Leben war und wie gut mir alles gelang.“
Dies ist wieder einmal eine Rezension, die mir nicht leicht fällt. Aber nicht, weil mir das Buch nicht gefallen hätte, nein, ganz im Gegenteil: Ich fand es ein aussergewöhnliches Buch und möchte in meiner Rezension auch die richtigen Worte finden ohne zu spoilern. Und das ist das Schwierige. Die Tradwives wurden in letzter Zeit vermehrt in den Medien thematisiert. Wenn eine Frau als Tradwife („traditional housewife“) die traditionelle Rollenverteilung für ihre Familie als richtig ansieht, ist das ihre Sache, aber das sich dem Manne Unterordnen, ist für mich nicht stimmig. Ebenso wenig dieses „Theater“, das Inszenieren einer Perfektion, einer romantisierten Idylle.
„Eine Frau hatte drei Aufgaben. Eine gute Mutter zu sein, eine gute Ehefrau zu sein und das Haus sauber zu halten. Ach, und immer schön lächeln!“
Als sich Natalie plötzlich effektiv in der Rolle einer Pioniersfrau von 1800 befindet, merkt sie, wie wenig glamourös diese Zeit ohne all ihre Helfer – Mensch oder Maschinen – in Wirklichkeit war. Ich war sehr gespannt, wie diese Verschiebung in die Vergangenheit am Schluss aufgelöst werden würde und konnte fast nicht schnell genug lesen. Und? Die Auflösung war mehr als gelungen, bravo! 5 wohlverdiente Sterne – dieses Drama gehört auf jeden Fall zu meinen Highlights des Jahres 2026.
Erster Eindruck: Das Cover des Schutzumschlages gefällt mir nicht wirklich (ich bin kein Fan von Schutzumschlägen), aber das umlaufende Bild auf dem Hardcover ist sehr schön – schade, dass nicht dieses Bild das Cover ist.
Das Buch spielt auf verschiedenen Ebenen, was durchaus etwas Konzentration benötigte, da man ein paar Seiten in der Gegenwart war, dann wieder zurück in der Vergangenheit.
Wow, Natalie konnte mitnichten Sympathiepunkte bei mir sammeln. Gegen aussen die perfekte Fassade, aber innen – was wir Leser:innen natürlich vermittelt bekamen – ist sie bösartig. Aus ihrer Sicht ist ihr Ehemann wohl der dümmste Mann auf Erden. Und ihre Kinder kann sie ebenfalls nicht leiden. Ihre Mutter geht ihr auf die Nerven, und ihre Schwester mit deren Nichtsnutz von Ehemann sowieso. Und von den Schwiegereltern wollen wir gar nicht erst anfangen. Oha! Aber: Auf Social Media sieht man nur wunderbare Fotos ihrer Familie, es werden Koch- und Backrezepte ins richtige Licht gestellt (und selbstverständlich gibt es auch die nötigen Merchandise-Produkte zu kaufen), alles mühelos, alles easy. Die „wütenden Weiber“, die sich im Netz abfällig zu ihren Posts, Reels und Stories äussern, sind im tiefsten Innern einfach neidisch. Recht so – meint Natalie.
„Manchmal wurde mir fast schlecht, wenn ich darüber nachdachte, wie perfekt mein Leben war und wie gut mir alles gelang.“
Dies ist wieder einmal eine Rezension, die mir nicht leicht fällt. Aber nicht, weil mir das Buch nicht gefallen hätte, nein, ganz im Gegenteil: Ich fand es ein aussergewöhnliches Buch und möchte in meiner Rezension auch die richtigen Worte finden ohne zu spoilern. Und das ist das Schwierige. Die Tradwives wurden in letzter Zeit vermehrt in den Medien thematisiert. Wenn eine Frau als Tradwife („traditional housewife“) die traditionelle Rollenverteilung für ihre Familie als richtig ansieht, ist das ihre Sache, aber das sich dem Manne Unterordnen, ist für mich nicht stimmig. Ebenso wenig dieses „Theater“, das Inszenieren einer Perfektion, einer romantisierten Idylle.
„Eine Frau hatte drei Aufgaben. Eine gute Mutter zu sein, eine gute Ehefrau zu sein und das Haus sauber zu halten. Ach, und immer schön lächeln!“
Als sich Natalie plötzlich effektiv in der Rolle einer Pioniersfrau von 1800 befindet, merkt sie, wie wenig glamourös diese Zeit ohne all ihre Helfer – Mensch oder Maschinen – in Wirklichkeit war. Ich war sehr gespannt, wie diese Verschiebung in die Vergangenheit am Schluss aufgelöst werden würde und konnte fast nicht schnell genug lesen. Und? Die Auflösung war mehr als gelungen, bravo! 5 wohlverdiente Sterne – dieses Drama gehört auf jeden Fall zu meinen Highlights des Jahres 2026.