Realitätsverlust

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Mit ‘Yesteryear‘ legt Caro Claire Burke uns Lesern ihren Debütroman vor, der sozialkritisch das Leben einer Familie zwischen Fake und Realität unter die Lupe nimmt, ungeschönt die Sichtweisen Betroffener darstellt und schließlich die Konsequenzen wehrloser Personen offenlegt. Kritisch, scharfzüngig mit einer großen Portion Komik widmet sie sich einem in unserer Gesellschaft äußerst aktuellem Thema, das viel Raum zur Diskussion bietet und durchaus kontrovers betrachtet wird und eine Lebenseinstellung widerspiegelt.
Natalie ist erfolgreiche Bloggerin, die das Leben einer tradwife, also einer im traditionellen Sinne weiblichen Person im familiären Landleben, vermarktet und verherrlicht, in dem sie die schönen und angenehmen Seiten herausstellt, die tatsächlichen Herausforderungen beschönigt oder ganz weglässt und damit Begehrlichkeiten weckt. Aber nicht nur Bewunderung begleiten sie, sondern auch Hass und Neid. Ihr Erwachen in einem knallharten Alltag einer Siedlerfamilie der Pionierzeit im Staate Idaho schafft enorme Verwirrung in ihren Gedanken. Sie glaubt an eine Entführung, ein Mitwirken in einer Reality-Show, an einen bösen Alptraum. Doch was ist wirklich geschehen?
Die Autoren erzählt die Geschichte aus der Perspektive von Natalie, spielt bis zum Schluss mit den Grenzen zwischen Fake und Realität, um schließlich zu einem völlig überraschenden Abschluss zu gelangen. Themen wie Manipulation, Selbstüberschätzung, Scheinweltverherrlichung, Täuschung der Öffentlichkeit aber auch Auswirkungen der Vermarktung von Kindern in den sozialen Medien werden kritisch betrachtet und herausgearbeitet.
‘Yesteryear‘ -Das letzte Jahr- zeigt wie Menschen sich in eine extreme Absurdität hineinsteigern können.