Tradwife-Influencerin wird in die Vergangenheit katapultiert

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Was für ein Buch! Selten gelingt es einem Roman, zeitgeistige Phänomene – wie in diesem Fall das Influencer-Dasein oder die Tradwife-Bewegung – so gekonnt mit grundlegenden Fragen des Lebens, des Glaubens und der Gesellschaft zu verknüpfen. Dabei ist "Yesteryear" auch noch spannend wie ein Krimi, unglaublich witzig und immer wieder tieftraurig.

Im Zentrum der Geschichte steht Natalie, das All-American-Dream-Girl, die scheinbar perfekte Mutter und Ehefrau. Sie lebt mit ihrem Mann Caleb und ihren sechs Kindern auf der abgelegenen Yesteryear-Ranch irgendwo in Idaho und inszeniert tagtäglich in den sozialen Medien eine makellose Familienidylle für ihre fünf Millionen Follower.

Doch hinter den Kulissen brodelt es: Die mühsam aufgebaute Fassade beginnt zu bröckeln und das mit strenger Hand kuratierte Imperium droht einzustürzen. Eines Morgens wacht Natalie auf und befindet sich plötzlich in der Vergangenheit. Alles um sie herum sieht aus wie im Siedlerzeitalter zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Ab jetzt muss sie als echte Tradwife leben: ohne Strom, ohne Küchengeräte und ohne fließendes Wasser. Was ist passiert? Und wie schafft sie es, dieser Hölle wieder zu entkommen?

Es bleibt spannend bis zum Schluss, denn so unsympathisch die Hauptfigur auch ist - man leidet doch mit ihr.

Auch Hollywood hat das Potenzial dieser sarkastischen und doch tiefgründigen Zeitreisegeschichte erkannt und plant eine Verfilmung mit Anne Hathaway in der Hauptrolle.