Tradwife trifft Realität

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veraegli Avatar

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Yesteryear hat mich total überrascht. Ich wusste zwar ungefähr, dass es um die Tradwife-Thematik und um Social-Media-Inszenierung geht, aber wie bissig, absurd und gleichzeitig spannend das Buch am Ende wirklich ist, damit habe ich nicht gerechnet. Ich habe es fast in einem Atem gelesen, weil ich ständig wissen wollte, wie weit die Geschichte noch eskaliert.

Besonders interessant fand ich die Darstellung dieser perfekten Online-Welt. Natalie verkauft ihren Millionen Followern das Bild der idealen Tradwife: glückliche Kinder, selbstgebackenes Brot, Farmleben und die perfekte Ehe. Gleichzeitig merkt man aber immer mehr, wie künstlich und inszeniert dieses Leben eigentlich ist. Gerade wenn man sich schon einmal mit der Tradwife-Bubble oder generell mit Social Media auseinandergesetzt hat, ist das Buch unglaublich spannend, weil es diese romantisierte Ästhetik komplett auseinander nimmt.

Natürlich ist vieles sehr überspitzt und teilweise komplett absurd, vor allem gegen Ende. Aber genau das hat für mich irgendwie funktioniert. Es ist eine Satire und zieht die Themen bewusst ins Extreme. Trotzdem steckt dahinter auch viel Gesellschaftskritik: über Rollenbilder, Religion, Frauenbilder und darüber, wie leicht sich Menschen online von perfekten Inszenierungen beeinflussen lassen.

Natalie selbst war für mich keine sympathische Hauptfigur, aber das hat sie interessant gemacht. Man versteht ihre Gedanken und Unsicherheiten, auch wenn ihre Entscheidungen oft schockierend oder irrational wirken.

Insgesamt fand ich Yesteryear wahnsinnig unterhaltsam, ungewöhnlich und gleichzeitig ziemlich nachdenklich machend. Definitiv ein Buch, das im Kopf bleibt.