Warum dieser Hype?
Wenn man, wie ich, viel liest, kommt man dieser Tage an dem Buch „Yesteryear“ kaum vorbei, denn es wird gerade unglaublich gehpyt. Ich frage mich allerdings, warum. Das Thema ist aktuell, aber nicht neu. Es geht um Social Media und eine ausgesprochen erfolgreiche Influencerin, Natalie Heller-Mills, die zusammen mit ihrer großen Familie auf der Farm Yesteryear in Idaho lebt. Angeblich leben sie dort wie die Siedler vor langer Zeit. Natalies Content zeigt sie zum Beispiel als Tradwife beim Brotbacken und Eier einsammeln mit ihren Töchtern, alles in idyllischer Landschaft, die reinste amerikanische Bilderbuchfamilie. Ihr Mann Caleb wird als All-American-Cowboy mit Kühen und Pferden präsentiert. Dass im Hintergrund jede Menge mexikanische Farmarbeiter schuften und die Kindererziehung ihren beiden Nannys überlassen wird, zeigen die Beiträge natürlich nicht. Die von Natalie angepriesenen Produkte wie Schneidebretter aus Vollholz sind keineswegs lokale Bioprodukte, sondern in Wirklichkeit made in China.
Natalie ist die unsympathischste Protagonistin, die man sich vorstellen kann. Es gibt nichts und niemanden, den sie gut findet, außer sich selbst. Ihren Mann bezeichnet sie als Schlappschwanz, die Kinder, vor allem ihre Erstgeborene Clementine, sind ihr unheimlich und lästig. Ich hatte so einen Widerwillen, dieser selbstgerechten, arroganten Zicke, die im Hörbuch als Ich-Erzählerin auftritt, zu lauschen, dass ich mehr als einmal erwogen habe, abzubrechen. Hätte ich es nur getan!
Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, einmal in der Jetztzeit, in der Natalie eine über die Grenzen hinaus bekannte Influencerin mit Millionen Followern ist, die von den einen geliebt und bewundert, von den anderen, den von ihr als „wütende Weiber“ bezeichneten Followerinnen gehasst wird, zum anderen in einer nicht näher bezeichneten Vergangenheit, in der Natalie und ihre Familie tatsächlich wie die alten Siedler ohne jegliche Annehmlichkeiten der Neuzeit, von der Außenwelt abgeschieden spartanisch auf einer Ranch leben. Auf dieser zweiten Zeitebene ist Natalie davon überzeugt, entführt worden zu sein, sie hält das Ganze für eine inszenierte Reality-Show, dessen Opfer sie selbst ist. Am Anfang fand ich die Story noch interessant, die Personen entwickeln sich, es passiert etwas. Der Mittelteil ist dann ausgesprochen zäh und lebt von Wiederholungen. Gegen Ende nimmt die Geschichte dann wieder an Fahrt auf und man erfährt endlich, kurz bevor man selbst den Verstand verliert, was das Ganze eigentlich soll, doch erscheint mir die Auflösung doch sehr konstruiert. Für mich war „Yesteryear“ ein Buch mit großem Potential, das jedoch nicht ausgeschöpft wurde.
Natalie ist die unsympathischste Protagonistin, die man sich vorstellen kann. Es gibt nichts und niemanden, den sie gut findet, außer sich selbst. Ihren Mann bezeichnet sie als Schlappschwanz, die Kinder, vor allem ihre Erstgeborene Clementine, sind ihr unheimlich und lästig. Ich hatte so einen Widerwillen, dieser selbstgerechten, arroganten Zicke, die im Hörbuch als Ich-Erzählerin auftritt, zu lauschen, dass ich mehr als einmal erwogen habe, abzubrechen. Hätte ich es nur getan!
Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, einmal in der Jetztzeit, in der Natalie eine über die Grenzen hinaus bekannte Influencerin mit Millionen Followern ist, die von den einen geliebt und bewundert, von den anderen, den von ihr als „wütende Weiber“ bezeichneten Followerinnen gehasst wird, zum anderen in einer nicht näher bezeichneten Vergangenheit, in der Natalie und ihre Familie tatsächlich wie die alten Siedler ohne jegliche Annehmlichkeiten der Neuzeit, von der Außenwelt abgeschieden spartanisch auf einer Ranch leben. Auf dieser zweiten Zeitebene ist Natalie davon überzeugt, entführt worden zu sein, sie hält das Ganze für eine inszenierte Reality-Show, dessen Opfer sie selbst ist. Am Anfang fand ich die Story noch interessant, die Personen entwickeln sich, es passiert etwas. Der Mittelteil ist dann ausgesprochen zäh und lebt von Wiederholungen. Gegen Ende nimmt die Geschichte dann wieder an Fahrt auf und man erfährt endlich, kurz bevor man selbst den Verstand verliert, was das Ganze eigentlich soll, doch erscheint mir die Auflösung doch sehr konstruiert. Für mich war „Yesteryear“ ein Buch mit großem Potential, das jedoch nicht ausgeschöpft wurde.