weibliche Rolle in det Gesellschaft

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schattensprengerin Avatar

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Natalie weiß: Amerika hasst die Frauen, und auf keinen Fall will sie wie ihre verbitterte Mutter werden. Und schon gar nicht will sie wie ihre Collegekommilitoninnen werden, die sich den Jungs an den Hals schmeißen.

Bei einem christlichen Treffen lernt sie Caleb kennen und wird schon bald schwanger von ihm. Zusammen (oder vielleicht doch eher alleine?) kreiert sie das Bild einer traditionellen, christlichen Familie auf einer Farm namens Yesteryear. Hier gibt es eine rote Scheune, glückliche Hühner, Biogemüse und noch mehr Kinder. All das wird begleitet von zwei Millionen Followern, die Natalies scheinbar perfektes Leben verfolgen.

Aber ist wirklich alles perfekt? Hinter den Kulissen läuft es komplett anders. Der Ehemann ist ein Lappen, Natalie ist völlig überfordert und kann die Rolle in ihrer selbst erschaffenen Welt nicht erfüllen. Eines Tages wacht sie in der Vergangenheit auf und lebt genau in der Welt, in der die von ihr propagierten Werte Realität sind. Nur dass der romantische Filter fehlt, sie die Rolle als Hausfrau und Mutter nicht selbst gewählt hat und ihr auch nicht entkommen kann.

Ich fand die Geschichte so rasant und bissig, dass es richtig Spaß gemacht hat, Natalie zu folgen. Sie zeigt zum einen, dass das perfekte Fakebild in den sozialen Medien inszeniert und eigentlich nur mit viel Hilfe von außen aufrechtzuerhalten ist. Zum anderen wird Natalie durch die anderen, jüngeren Frauen gezeigt, dass es noch mehr Lebensmodelle gibt als traditionelle Hausfrau oder Karriere und dass man sich aus der Fessel starrer Rollenmuster befreien und mit sich selbst nachsichtiger sein kann – so wie ihre Mutter und ihre Schwester.

Für mich greift der Roman auch die gegenwärtige Faszination für das Tradwife-Ideal in den USA auf. Der Wunsch nach Halt durch feste Rollen ist verständlich, allerdings ist es illusorisch, dass starre Regeln automatisch Sicherheit bedeuten. Die bittere Kehrseite der Medaille können finanzielle Abhängigkeit und fehlende Wahlmöglichkeiten sein, und letztendlich ist ein selbstgewähltes Gefängnis noch lange keine Freiheit.

Natalie sollte erkennen, dass es viele Lebensentwürfe geben kann – so wie auch das ganze Leben nie nur schwarz oder weiß ist.