Wenn der Schein trügt
Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)
In der Bücherbubble kommt man aktuell kaum um diesen Roman herum ich habe es mir vorbestellt, da der Klappentext und auch die Leseprobe sehr vielversprechend klangen....
Der Schreibstil ist präzise, clean, flüssig, mit eher kurzen Sätzen, einer zeitgenössischen Sprache und wirkt fast ein bisschen Drehbuchartig. Trotz dieser eher technischen Erzählweise gelingt es der Autorin allerdings doch eine beklemmende, undurchsichtige Atmosphäre zu erschaffen und Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Die Geschichte wird komplett aus der Sicht der Hauptfigur Natalie Heller Mills in der ICH Perspektive erzählt. Der Roman ist in drei Teile plus einem Epilog eingeteilt, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wobei wir uns eigentlich hauptsächlich in der Gegenwart befinden.
Natalie war für mich eine wirklich unsympathische Protagonistin, selbstgerecht, egoistisch, berechnend und ich empfand es als äusserst anstrengend mich in ihrer Gedankenwelt zu verbringen. Caleb ihr Ehemann verhält sich wie ein Waschlappen, die Eltern hinterlassen einen flachen Eindruck und ja sogar die Kinder wirken wie Pappfiguren. Es ist irgendwie unmöglich zu irgend einem Charakter eine Bindung aufzubauen, es fehlt an Emotionen und Lebendigkeit, aber vielleicht ist dies bewusst so gewählt.
Der Einstieg in die Geschichte hat mir gut gefallen, auch dass wir in Rückblenden immer wieder erfahren, wie Natalie überhaupt zu einer Tradwife wurde, oder besser gesagt, warum sie sich dazu entschieden hat. Auch mochte ich, wie weiter oben schon erwähnt diese beklemmende, undurchsichtige Atmosphäre, dieses "ist wirklich alles wie es scheint" ? sorgte bei mir auf jeden Fall für eine unterschwellige Spannung. Leider hat sich für mich der Mittelteil des Romans sehr gezogen, es fühlte sich total träge, zäh, sich wiederholend an und die inneren Monologe von Natalie drehten sich im Kreis und waren einfach nur noch ermüdend.
Dann auf den ca. letzten 80 Seiten wird man als Leser regelrecht überrollt mit Info- Dumping und einem total überstürzter Plot- Twist. Es werden existentielle Erklärungen in extrem kurzer Zeit abgearbeitet auf Kosten der Glaubwürdigkeit und Logik. DAS mag zwar schockieren, dem kann ich mich anschliessen, jedoch wirkt das Ganze auch hier wieder, wie schon viele andere Aspekte im Buch einfach alles eine Spur zu konstruiert, oberflächlich, übertrieben und wie ein Laborexperiment.
Wer einen satirischen, parodiehaften, gut performten, oberflächlichen, voreingenommenen Roman zur Thematik sucht, wird hier bestens bedient, denn das Konzept funktioniert. Wer sich allerdings umfassend mit den authentischen Überzeugungen von Tradwifes mit all ihren Vor- und Nachteilen auseinanderzusetzen will, der wird hier massiv enttäuscht.
Ich jedenfalls habe eine andere Umsetzung erwartet
3 Sterne
In der Bücherbubble kommt man aktuell kaum um diesen Roman herum ich habe es mir vorbestellt, da der Klappentext und auch die Leseprobe sehr vielversprechend klangen....
Der Schreibstil ist präzise, clean, flüssig, mit eher kurzen Sätzen, einer zeitgenössischen Sprache und wirkt fast ein bisschen Drehbuchartig. Trotz dieser eher technischen Erzählweise gelingt es der Autorin allerdings doch eine beklemmende, undurchsichtige Atmosphäre zu erschaffen und Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Die Geschichte wird komplett aus der Sicht der Hauptfigur Natalie Heller Mills in der ICH Perspektive erzählt. Der Roman ist in drei Teile plus einem Epilog eingeteilt, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wobei wir uns eigentlich hauptsächlich in der Gegenwart befinden.
Natalie war für mich eine wirklich unsympathische Protagonistin, selbstgerecht, egoistisch, berechnend und ich empfand es als äusserst anstrengend mich in ihrer Gedankenwelt zu verbringen. Caleb ihr Ehemann verhält sich wie ein Waschlappen, die Eltern hinterlassen einen flachen Eindruck und ja sogar die Kinder wirken wie Pappfiguren. Es ist irgendwie unmöglich zu irgend einem Charakter eine Bindung aufzubauen, es fehlt an Emotionen und Lebendigkeit, aber vielleicht ist dies bewusst so gewählt.
Der Einstieg in die Geschichte hat mir gut gefallen, auch dass wir in Rückblenden immer wieder erfahren, wie Natalie überhaupt zu einer Tradwife wurde, oder besser gesagt, warum sie sich dazu entschieden hat. Auch mochte ich, wie weiter oben schon erwähnt diese beklemmende, undurchsichtige Atmosphäre, dieses "ist wirklich alles wie es scheint" ? sorgte bei mir auf jeden Fall für eine unterschwellige Spannung. Leider hat sich für mich der Mittelteil des Romans sehr gezogen, es fühlte sich total träge, zäh, sich wiederholend an und die inneren Monologe von Natalie drehten sich im Kreis und waren einfach nur noch ermüdend.
Dann auf den ca. letzten 80 Seiten wird man als Leser regelrecht überrollt mit Info- Dumping und einem total überstürzter Plot- Twist. Es werden existentielle Erklärungen in extrem kurzer Zeit abgearbeitet auf Kosten der Glaubwürdigkeit und Logik. DAS mag zwar schockieren, dem kann ich mich anschliessen, jedoch wirkt das Ganze auch hier wieder, wie schon viele andere Aspekte im Buch einfach alles eine Spur zu konstruiert, oberflächlich, übertrieben und wie ein Laborexperiment.
Wer einen satirischen, parodiehaften, gut performten, oberflächlichen, voreingenommenen Roman zur Thematik sucht, wird hier bestens bedient, denn das Konzept funktioniert. Wer sich allerdings umfassend mit den authentischen Überzeugungen von Tradwifes mit all ihren Vor- und Nachteilen auseinanderzusetzen will, der wird hier massiv enttäuscht.
Ich jedenfalls habe eine andere Umsetzung erwartet
3 Sterne