Zerplatzer Tradwifetraum

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leylin Avatar

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Mit Yesteryear legt Caro Claire Burke einen Roman vor, der sich mit der Inszenierung eines perfekten Lebens in den sozialen Medien auseinandersetzt. Im Mittelpunkt steht Natalie Heller Mills, erfolgreiche Influencerin, fünffache Mutter und Aushängeschild eines vermeintlich traditionellen Familienidylls. Millionen Menschen verfolgen ihr Farmleben, ihre Erziehungstipps und ihre sorgfältig kuratierte Online-Welt. Doch hinter der makellosen Fassade verbergen sich Inszenierung, Machtspiele und ein Netz aus Abhängigkeiten, das zunehmend Risse bekommt.

Gelesen wurde das Hörbuch von Lisa Hrdina, die den Figuren eine passende Stimme verleiht und die satirischen sowie zugespitzten Elemente der Geschichte gut transportiert.

Das Buch wurde im Vorfeld enorm gehyped, für mich konnte es die hohen Erwartungen jedoch nicht erfüllen. Die Grundidee der Darstellung des Tradwife-Daseins besitzt viel Potenzial und gerade zu Beginn gelingt es der Autorin, einen spannenden Sog zu erzeugen. Natalie baut ihr Imperium durch Manipulation, geschickte Selbstvermarktung, Machtmissbrauch und die Fähigkeit auf, nach außen stets den perfekten Schein zu wahren. Besonders ihre Überheblichkeit gegenüber ihrem Ehemann Caleb wird dabei deutlich herausgearbeitet.

Interessant fand ich vor allem die Darstellung der Social-Media-Maschinerie. Burke zeigt eindrücklich, wie sorgfältig Bilder konstruiert werden und wie sehr Wahrnehmung und Realität auseinanderklaffen können. Viele Szenen sind bewusst überspitzt, treffen aber dennoch einen wahren Kern.

Je näher die Handlung jedoch dem angekündigten Höhepunkt kommt, desto stärker begann die Ausarbeitung für mich zu haken. Die Geschichte steuert zwar konsequent auf den Zusammenbruch von Natalies sorgfältig aufgebauter Welt zu, doch die Auflösung konnte das zuvor aufgebaute Spannungsniveau nicht einlösen. Der mit foreshadowing beworbene Plottwist wirkte auf mich eher verhalten als überraschend und ließ meiner Meinung nach ungenutztes Potenzial zurück.

Unterhaltsam genug, um dranzubleiben, aber nicht so überzeugend, wie der große Hype vermuten lässt. Kann man machen, muss man aber nicht.