Glück bedeutet, zu lernen, das zu lieben, was man bereits hat

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chaosbaerchen Avatar

Von

„You and me - Die zweite erste Liebe“ von Josie Lloyd und Emlyn Rees ist das zweite Buch des Duos.
Ihr erstes Buch mit dem Titel „Come together“ erschien vor 25 Jahren.

INHALT
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Es geht um Jules und Adam, ein Ehepaar Anfang 50, das seit fast 25 verheiratet ist und neben einem altersschwachen Hund zwei erwachsene Anfang 20jähtige Kinder hat, die noch zu Hause wohnen.
Die beiden haben sich im Laufe der Zeit emotional voneinander entfernt und sind frustriert, nicht mehr aus ihrem Leben gemacht zu haben. Ihr kinderloser Freund Darius, der in den USA Karriere gemacht hat und nun im Luxus schwelgt, löst Unbehagen bei beiden aus. Was haben sie falsch gemacht?
Durch Zufall entdecken sie auf dem Dachboden eine Kiste mit alten Musikkassetten. Im alten Gartenschuppen findet sich auch ein geeignetes Abspielgerät. Aber das Abspielen der Kassetten ruft nicht nur Erinnerungen an früher ins Gedächtnis, sondern katapultiert denjenigen, der die Kassette damals für den anderen aufgenommen hat, tatsächlich in die Vergangenheit zum Zeitpunkt der Übergabe.
Die beiden begegnen ihren jüngeren Ichs und stellen fest, dass sie nicht nur Beobachter sind…die Dinge nehmen ihren Lauf und es kommt, wie es kommen muss…


MEINE MEINUNG
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Der Inhalt des Buches hat mich sofort angesprochen, nicht zuletzt, weil ich mich altersmäßig in einer vergleichbaren Situation befinde. Ich kam auch schnell rein in die Geschichte, die aus zwei Perspektiven (Jules und Adams im Wechsel) geschrieben wurde.
Auch konnte ich mir die Wirkung der Musik gut vorstellen, da ich beim Sport Hits aus den 80ern und 90ern höre und da ähnliche Empfindungen habe, dass man sich fühlt wie damals und jeden Song mit bestimmten Situationen assoziiert.
Leider sagten mir die allermeisten Songs und Künstler, die in dem Buch erwähnt wurden, nichts. Das mag aber auch daran liegen, dass ich in meiner Jugend eher Mainstream bzw. Charts gehört habe.
Ich habe auch grundsätzlich nichts gegen Zeitreisen, aber ich fand es schon bei „Zurück in die Zukunft“ schwer zu glauben, dass man die Gegenwart beeinflussen kann und das dann auch noch positiv endet. Daher hatte ich auch bei dem vorliegenden Buch meine Schwierigkeiten. Ich fand es schlicht und ergreifend nicht plausibel.
Ich hab mich streckenweise schwer getan, weiterzulesen, weil mir alles viel zu unrealistisch und weit hergeholt schien, es war so vorhersehbar und zum Teil auch echt verrückt.
Was mir hingegen gut gefallen hat ist das Ende und quasi die Moral der Geschichte, dass nämlich Perfektionismus des Glückes größter Feind ist und wahre Lebensfreude in der Wertschätzung des Nicht-Perfekten liegt.


FAZIT
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Alles in allem ist es zwar ein halbwegs unterhaltsamer Roman, der die Kraft der Musik betont und für den hohen Wert des Unvollkommenen plädiert, aber ich hätte es unter normalen Umständen nicht zu Ende gelesen, daher kann ich nur zwei Sterne vergeben.