Nettes Gedankenexperiment

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„You and Me – Die zweite erste Liebe“ startet mit einer wirklich charmanten Idee: Adam und Jules, seit 25 Jahren verheiratet, zwei Kinder, ein eingespieltes Brighton‑Leben – und plötzlich führt ein alter Ghettoblaster mitsamt Mixtapes zurück in die eigene Vergangenheit. Was zunächst abgefahren klingt, wird erstaunlich realistisch erzählt und bietet durchaus schöne Momente über verpasste Chancen, alte Träume und die Frage, was man aus seinem Leben macht.

Mit der Zeit verliert sich die Geschichte jedoch in immer abstruseren Zeitschienen. Das anfänglich witzige Detail, in der Vergangenheit Pferderennen zu gewinnen, um das Vermögen aufzubessern, kippt schnell ins Überdrehte. Auch Adams Verwandlung vom leicht bierbäuchigen Familienvater zum sportlichen Überflieger, nur weil er sein jüngeres Ich neu justiert, wirkt eher bemüht als glaubwürdig.

Dazu kommt ein amerikanisch anmutender Tonfall, der nicht so recht zu England und Brighton passen will. Spätestens als vermeintliche Affären und Liebeleien ins Spiel kommen, wird es mir zu viel des Guten – die emotionale Tiefe bleibt dabei leider auf der Strecke.

Fazit: Eine nette Grundidee mit Potenzial, aber für meinen Geschmack zu altbacken, zu überladen und am Ende zu wenig stimmig. Solide Unterhaltung, mehr aber auch nicht. 3 Sterne.