Mag Şeyda Kurts atmosphärische Sprache schon jetzt sehr

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zweimal_m Avatar

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Schon das Cover von »Zeit der Monster« hat mich neugierig gemacht: die Hand mit den Eiswürfeln auf den Fingerspitzen bleibt direkt im Kopf. Umso spannender fand ich, dass gleich zu Beginn Sanya „mit nassen Fingern ihr Notizheft auf[schlägt], feuchte Schatten auf dem Papier hinterlassend“. Vielleicht ist das nur meine Assoziation, aber beim Lesen hatte ich sofort das Gefühl, als würde das Motiv des Covers in den Text hineinreichen, als wären die schmelzenden Eiswürfel schon in dieser ersten Szene angekommen. Solche Details mag ich persönlich sehr.
Besonders gefallen hat mir außerdem schon jetzt die Gestaltung des Romans. Noch bevor die Handlung beginnt, steht da dieses Ursula-K.-Le-Guin-Zitat, vertikal über die ganze Seite gezogen, so eindringlich, dass ich automatisch kurz innegehalten habe, bevor ich weitergelesen habe.
Inhaltlich hat mich die Leseprobe vor allem durch ihre Sprache gepackt. Manche Passagen lesen sich beinahe traumartig oder poetisch, andere wirken roh, fiebrig und sehr gegenwärtig. Besonders neugierig gemacht hat mich Sanya. Ihre Nervosität, ihre Unruhe und diese Suche nach Halt haben mich direkt mit ihr mitfühlen lassen. Gleichzeitig bleiben so viele Fragen offen: Wer ist die rätselhafte Gestalt, die plötzlich auftaucht? Was steckt hinter der Prophezeiung?
Zeit der Monster wirkt schon jetzt wie ein Roman mit einer ganz eigenen Sprache und Atmosphäre – am liebsten würde ich direkt weiterlesen.