Atmosphärisch, ungewöhnlich und voller unterschwelliger Spannung

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annacze Avatar

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Dieses Buch hat mich nicht sofort abgeholt, sondern eher nach und nach in seine Welt hineingezogen. Zu Beginn war ich etwas unsicher, wohin die Handlung führen möchte, doch genau diese Ungewissheit macht einen großen Teil des Reizes aus. Im Mittelpunkt steht Sanya, die rastlos durch ihr Viertel zieht und dabei auf Menschen trifft, die alle auf ihre eigene Weise mit den Herausforderungen ihres Lebens kämpfen. Figuren wie Mira, Yosip oder der zweifelnde Pfarrer Angelo verleihen der Geschichte viele unterschiedliche Perspektiven und tragen zu der besonderen Stimmung bei.

Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre. Über allem liegt ein Gefühl von Unruhe und drohendem Wandel, das durch die im Netz kursierende Prophezeiung und die apokalyptischen Anklänge noch verstärkt wird. Der Schreibstil ist ruhig, gleichzeitig aber sehr dicht und bildhaft. Man sollte sich Zeit für die Geschichte nehmen, denn sie erschließt sich nicht immer sofort und lebt von ihren Zwischentönen.

Nicht jede Figur blieb für mich vollständig greifbar, dennoch haben viele Szenen lange nachgewirkt. Insgesamt ist es ein komplexer, teilweise anspruchsvoller Roman, der weniger durch schnelle Unterhaltung als durch seine Stimmung und seine Ideen überzeugt. Wer atmosphärische, vielschichtige Geschichten mag und sich gerne auf etwas Außergewöhnliches einlässt, sollte dieses Buch unbedingt lesen. 5 Sterne und eine klare Empfehlung.