Endzeit

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dajobama Avatar

Von

Zeit der Monster - Seyda Kurt
Eine eindrucksvolle Dystopie, die sich auf irgendeine Art und Weise mit der assyrischen Geschichte vermischt. Ich muss gestehen, dass ich mir sicher bin, von diesem Roman nur die Hälfte verstanden zu haben. Nichtsdestotrotz bin ich schwer beeindruckt von der Schreibkunst dieser Autorin.
Ein Stadtviertel irgendwo rechts des Rheins, der aber überall sein könnte. Vom Rest der Stadt und wohl auch der Welt längst abgeschrieben. Voller völlig abgerissener Menschen, teils seelenlos im wahrsten Sinne des Wortes. Fantasievoll ist hier gar kein Ausdruck. Auf jeden Fall geht es drunter und drüber - erinnert des Öfteren an einen wilden Fiebertraum. Auch die Erzählweise ist auffällig: immer mitten drauf, mit krassen Perspektivwechseln und immer ohne Blatt vor dem Mund. Man muss sich wirklich Zeit dafür nehmen und sich darauf einlassen wollen, dann ist es faszinierend.
So schwer der Inhalt manchmal zu erfassen ist, so eingängig ist dagegen die Sprache und der Einstieg. Frisch, provokativ und ungekünstelt.
Was dieser Plot dann genau mit der Geschichte Assyriens um 1000 nach Chr. zu tun hat, muss bitte jeder selbst nachlesen. Hier hätte ich eine Leserunde gebrauchen können....
Ein Werk, in das man sicherlich beliebig viel hinein interpretieren kann, wenn man mag.
Besonders beeindruckend fand ich die Endzeitstimmung, die ganz wunderbar beim Leser ankommt. Eine durchgehend düster-gruselige Atmosphäre -fehlen nur noch die Zombies, aber hier hätte mich auch gar nichts mehr überraschen können.
Insgesamt ein wirklich spezielles und beeindruckendes Werk!
4 Sterne