Etwas zu gewollt

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amalia Avatar

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„Zeit der Monster“ von Şeyda Kurt ist ein dystopischer Roman, der in kurzen szenischen Episoden erzählt wird. Uns werden viele verschiede Charaktere vorgestellt, die in einem ehemaligen Industrieviertel leben und alltägliche Kämpfe ausfechten. Als eine Prophezeiung auf Tik-Tok kursiert nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Ich war sehr gespannt auf den Roman, da ich die Sachbücher von Kurt sehr schätze, nach der Lektüre habe ich jedoch gemischte Gefühle…Womöglich hätte ich die Geschichte in einem Stück lesen sollen oder ich muss es ein zweites Mal tuen (wobei ich ehrlich gesagt weder zu den einem noch zum anderen Verlangen gespürt habe), aber irgendwie habe ich den Roman nicht verstanden. Es ist weniger der Grundgedanke an sich als die Umsetzung. Meines Erachtens ist es leider etwas zu gewollt und zu pathetisch: Die Karte des Viertels, das mysteriöse Personenverzeichnis, die gedichtartigen Passagen, das Zitat in riesiger Schriftgröße auf Seite 248 und die Szenenanweisungen in eckigen Klammern bei den Bestandsaufnahmen… allgemein zu vielen Themen und zu wenig Raum um sie zu Ende zu bringen.

Manche Szenen finde ich bezaubernd, insbesondere die mit den drei jungen Männern. Mir gefällt das apokalyptische und die Metaphern (der Sumpf, der Chemieberg, der Spätsommer, etc.). Das Cover und allgemein die Promo des Buches ist krass. Alles in allem konnte mich der Roman aber leider nicht überzeugen.