Fragmentarisch

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medsidestories Avatar

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Habe ich das Buch verstanden? Nein.
Hat mir das Buch Spaß gemacht? Ja!
War es das, was ich erwartet habe? Jein.

Im Grunde war mir bereits vor dem Lesen klar, dass es sich bei "Zeit der Monster" um eine Art von Literatur handelt, die experimentell und dementsprechend nicht leicht zugänglich ist. Mit dieser Erwartungshaltung habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Es ist ein wilder, wirrer Ritt durch die inhomogenen Abgründe eines Stadtviertels, das von allen "der Sumpf" genannt wird, und so oder so ähnlich an eine dystopische Version eines Ortes in einer deutschen Großstadt erinnert. Die Apokalypse steht kurz bevor, zumindest glauben die Leute das. Mir kommt es beim Lesen so vor, als wäre sie schon eingetreten.
Es ist schwer zusammenzufassen, um was es im Wesentlichen geht. In dieser bizarren Welt voller Menschen und Monster tun sich eine Vielzahl politischer und sozialer Probleme auf, die an unsere moderne Gesellschaft erinnern. Allerdings stellt keines davon so ganz das Zentrum des Romans dar.
Der Text ist sehr fragmentarisch. Viele Dinge werden nur angedeutet, niemals weiter verfolgt und erst recht nicht aufgelöst. Selbst ein klarer Zeitstrahl ist nicht wirklich auszumachen.
Beim Lesen fühlt es sich ein bisschen so an, als würde man durch den Text treiben, wie ein Segler auf einem stürmischen Fluss und mal dahin, mal dorthin getrieben werden. Das kann eine Menge Spaß machen, wenn man sich darauf einlässt und zufrieden mit der Perspektive ist, am Ende im Unklaren zu bleiben.
Ich glaube, "Zeit der Monster" ist das richtige Buch für die richtige Leserin. Beides muss irgendwie zusammenpassen. Ich würde es nicht uneingeschränkt empfehlen, dafür ist es zu andersartig.
Aber es ist gleichzeitig auch so gut andersartig, dass ich es für absolut lesenswert halte.