Fragmentiert, skurril und chaotisch

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annnna97 Avatar

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Da ich schon die Sachbücher von Şeyda Kurt gelesen habe, war ich sehr neugierig auf ihren ersten Roman. Es geht um die Bewohner in einem vernachlässigten Viertel einer Großstadt und die letzten sieben Tage vor dem prophezeiten Weltuntergang.

Das Buch ist stilistisch relativ ungewöhnlich geschrieben, also sehr fragmentiert mit vielen Zeitsprüngen, Rückblenden und Einschüben, wodurch es leider für mich ein bisschen zu chaotisch und verwirrend war, da mir ein roter Faden fehlte, obwohl das sicherlich so gewollt war. Der poetische, aber gleichzeitig direkte Schreibstil hat mir richtig gut gefallen und es wirkt alles sehr atmosphärisch und literarisch.
Auch die im Roman behandelten Themen wie Migration, Feminismus, Kapitalismus etc. sind wichtig und es waren wirklich interessante Gedanken und Passagen dazu dabei. Leider war mir insgesamt die Handlung doch zu chaotisch bzw. unübersichtlich, sodass ich sehr lange für dieses eher kurze Buch gebraucht habe und zwischendurch überlegt habe abzubrechen, weil ich einfach nicht richtig in die Handlung eintauchen könnte. Ich mag zwar auch absurde und surreale Bücher, aber dieses war entweder ein bisschen zu anspruchsvoll für mich oder hat einfach nicht meinen Geschmack getroffen. Trotzdem hat mir das Konzept und der Schreibstil wirklich gut gefallen.