Leider etwas oberflächlich

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leleleseratte Avatar

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Das Buch führt uns sieben Tage lang durch ein Viertel, dessen Abgeschiedenheit und Trostlosigkeit schon auf den ersten Seiten spürbar werden. Şeyda Kurt gelingt es, nicht nur eine Kulisse, sondern eine Stimmungslage zu zeichnen. Die Atmosphäre ist so dicht, dass man beinahe die schwüle Hitze des Sommers selbst spürt und die Zeit zähflüssig scheint.

Demgegenüber stehen leider Charaktere, die etwas plakativ sind und deren Handlungen für mich teilweise nicht nachvollziehbar sind. Insgesamt wirkt die Geschichte stellenweise wirr. Dafür sorgen insbesondere die vielen Handlungsstränge, die durchaus Potenzial für eine wirklich spannende Erzählung gehabt hätten. Es stehen interessante Themen wie Einsamkeit, Identität und Solidarität im Fokus, aber ich habe mich gefragt, warum so vieles nur angerissen bleibt.

Gut gefallen hat mir die Verstrickung historischer Fakten mit Mythos und Fiktion. Hier zeigt sich Kurts Fähigkeit, geschichtliche und gesellschaftliche Gegebenheiten in einen größeren Zusammenhang zu setzen, die ich mich an ihren ersten beiden Büchern so beeindruckt hat.