Ungewöhnlich und aufwühlend
Schon das Cover von Zeit der Monster wirkt ungewöhnlich und weckt Neugier. Die Gestaltung passt sehr gut zur Atmosphäre des Romans: geheimnisvoll, düster und gleichzeitig voller Energie. Sie spiegelt die Stimmung eines Stadtviertels wider, das zwischen Hoffnung und Untergang schwankt.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Sanya, die in einem heruntergekommenen Viertel lebt, in dem sich das Gerücht einer bevorstehenden Apokalypse immer weiter verbreitet. Eine geheimnisvolle Begegnung verändert ihren Blick auf die Welt. Mehr möchte ich zur Handlung nicht verraten, da gerade das Entdecken der verschiedenen Erzählstränge einen großen Teil des Leseerlebnisses ausmacht.
Şeyda Kurt setzt gesellschaftliche Themen wie Ausgrenzung, Armut, Zusammenhalt, Desinformation und den Einfluss von Verschwörungserzählungen auf eine sehr originelle Weise um. Der Roman zeigt eindrucksvoll, wie Menschen in Krisenzeiten nach Orientierung suchen und welche Kraft Gemeinschaft entwickeln kann. Dabei steht weniger eine klassische Handlung im Vordergrund als die Atmosphäre und die vielen Gedanken, die das Buch anstößt.
Der Schreibstil ist bildgewaltig und poetisch. Das macht den Roman sprachlich sehr besonders, hat mir als Leserin aber auch viel Aufmerksamkeit abverlangt. Manchmal empfand ich die Erzählweise als etwas sprunghaft, sodass ich einzelne Zusammenhänge erst später verstanden habe. Wer eine geradlinige Geschichte erwartet, könnte deshalb Schwierigkeiten mit dem Buch haben. Ich würde aber auch nicht ausschließen, dass ich vielleicht einfach nicht aufmerksam genug gelesen habe.
Die Figuren wirken trotz der außergewöhnlichen Handlung authentisch. Besonders gefallen hat mir, dass sie nicht eindeutig gut oder böse sind, sondern unterschiedliche Stärken, Ängste und Widersprüche besitzen. Vor allem die Wahlfamilie rund um Sanya vermittelt, wie wichtig Solidarität und gegenseitige Unterstützung sein können. Die Vielschichtigkeit der Figuren ist mir wirklich positiv im Kopf geblieben, denn ich habe oft bei neueren Büchern das Gefühl, dass Autoren sich immer häufiger an flachen und angepassten Figuren bedienen.
Insgesamt ist Zeit der Monster kein leichtes Buch, sondern eine anspruchsvolle und außergewöhnliche Lektüre. Ich empfehle den Roman allen, die literarische, experimentelle Geschichten mögen und Freude daran haben, zwischen den Zeilen zu lesen.
Wer sich darauf einlässt, wird mit einem ungewöhnlichen und nachdenklich stimmenden Leseerlebnis belohnt und hat auch nach dem Lesen noch länger was vom Buch. Eine Empfehlung von mir.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Sanya, die in einem heruntergekommenen Viertel lebt, in dem sich das Gerücht einer bevorstehenden Apokalypse immer weiter verbreitet. Eine geheimnisvolle Begegnung verändert ihren Blick auf die Welt. Mehr möchte ich zur Handlung nicht verraten, da gerade das Entdecken der verschiedenen Erzählstränge einen großen Teil des Leseerlebnisses ausmacht.
Şeyda Kurt setzt gesellschaftliche Themen wie Ausgrenzung, Armut, Zusammenhalt, Desinformation und den Einfluss von Verschwörungserzählungen auf eine sehr originelle Weise um. Der Roman zeigt eindrucksvoll, wie Menschen in Krisenzeiten nach Orientierung suchen und welche Kraft Gemeinschaft entwickeln kann. Dabei steht weniger eine klassische Handlung im Vordergrund als die Atmosphäre und die vielen Gedanken, die das Buch anstößt.
Der Schreibstil ist bildgewaltig und poetisch. Das macht den Roman sprachlich sehr besonders, hat mir als Leserin aber auch viel Aufmerksamkeit abverlangt. Manchmal empfand ich die Erzählweise als etwas sprunghaft, sodass ich einzelne Zusammenhänge erst später verstanden habe. Wer eine geradlinige Geschichte erwartet, könnte deshalb Schwierigkeiten mit dem Buch haben. Ich würde aber auch nicht ausschließen, dass ich vielleicht einfach nicht aufmerksam genug gelesen habe.
Die Figuren wirken trotz der außergewöhnlichen Handlung authentisch. Besonders gefallen hat mir, dass sie nicht eindeutig gut oder böse sind, sondern unterschiedliche Stärken, Ängste und Widersprüche besitzen. Vor allem die Wahlfamilie rund um Sanya vermittelt, wie wichtig Solidarität und gegenseitige Unterstützung sein können. Die Vielschichtigkeit der Figuren ist mir wirklich positiv im Kopf geblieben, denn ich habe oft bei neueren Büchern das Gefühl, dass Autoren sich immer häufiger an flachen und angepassten Figuren bedienen.
Insgesamt ist Zeit der Monster kein leichtes Buch, sondern eine anspruchsvolle und außergewöhnliche Lektüre. Ich empfehle den Roman allen, die literarische, experimentelle Geschichten mögen und Freude daran haben, zwischen den Zeilen zu lesen.
Wer sich darauf einlässt, wird mit einem ungewöhnlichen und nachdenklich stimmenden Leseerlebnis belohnt und hat auch nach dem Lesen noch länger was vom Buch. Eine Empfehlung von mir.