„Ohne Frieden ist alles nichts“

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abnuncha Avatar

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Das Haus in Odesa, das mir Schutz vor Misserfolgen bot, war nun selbst auf den Schutz der Flugabwehr angewiesen. Seit ich mich in Deutschland und im sozialen Koma befand, hatte ich immer gewusst, dass ich zurückkehren konnte. Das gab mir Kraft, jedes Mal, wenn mich der Kassierer im Supermarkt nicht verstand, die Schaffnerin im Zug oder der Prüfer bei einer dieser verdammten Prüfungen, die ich ablegen musste, um hier als Ärztin zu arbeiten.
Ich hielt es für das Dümmste überhaupt, Angst vor Schmutz zu haben, während man ein Leben lebt, aus dem man sowieso nicht sauber hervorgeht.
Zwei Absätze aus dem Buch, die Unterschiedlicher nicht sein könnten, das Trauma und der Krieg in der Ukraine im Vergleich mit einer alltäglichen Sache die selbstverständlich und nicht prägend ist im Gegensatz zum Krieg. Wie passt das zusammen? Ich habe bisher noch kein Buch gelesen wie aus der Ukraine geflohene Menschen ihre Lebenssituation hier erleben, haben sie Träume, Ängste, Heimweh oder das Gefühl und den Wunsch, dass der Krieg endlich enden möge, was danach kommt, kann man einfach wieder in die Heimat gehen, die unter dem Krieg so gelitten hat und was erwartet einen dort. Ein sehr interessantes Thema, ich wäre gerne dabei. Liebe Grüße