Schonungslos ehrlich, traurig

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piet1990 Avatar

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Mira erzählt sehr direkt, klug und ohne jede Beschönigung davon, wie der Krieg ihr Leben zerreißt – als Mutter, Ärztin, Geflüchtete. Der „Zugwind“ als Bild für Verlust, Angst und innere Leere ist stark und zieht sich durch den Text. Vieles ist schwer auszuhalten, gerade weil es so alltäglich und nah erzählt wird: überfüllte Wohnungen, Schuldgefühle, Erschöpfung, das Funktionieren-Müssen. Der Stil ist poetisch, aber nie kitschig, eher nüchtern und dadurch umso wirkungsvoller. Man muss sich Zeit nehmen und emotional darauf einlassen, bekommt dafür aber einen sehr ehrlichen, wichtigen Text über Krieg, Flucht und das Überleben im Ausnahmezustand.