Wenn ein Zugwind einem die Kindheit aus den Schlüsselbeinen zieht
Stell dir vor, du wachst auf, und ein Wind hat sich in dir eingenistet. Nicht draußen, nicht in den Bäumen, sondern zwischen deinen Schlüsselbeinen, dort, wo einmal Lieder deiner Jugend gewohnt haben. So beginnt dieser Roman – und man ist sofort mitten drin in einem Leben, das zwischen Alltäglichkeit und apokalyptischem Schrecken taumelt.
Mira Zehmann erzählt, wie Erwachsenwerden plötzlich nicht mehr an Geburtstagen oder Hochzeiten gemessen wird, sondern an einem winzigen, unsichtbaren Sturm, der die vertrauten Fenster der Realität zufriert. Ihre Welt ist gleichzeitig banal und traumatisch: ein zahnloses Lächeln, Cellulite, Kühlschrankmagneten, Ikea-Sessel – und mitten drin Menschen, die fliehen, Bomben, Covid, Familie, Schuld, Verantwortung.
Der Text funktioniert wie eine Achterbahn aus Alltagsdetails und existenzieller Schwere. Man spürt den Druck der Pandemie, das Chaos des Krieges in der Ukraine, die unbändige Fürsorge für Familie und Freunde – und trotzdem gelingt es Mira, ihre Stimme witzig, verletzlich und atemlos zu halten. Der „Zugwind“ wird zum metaphysischen Leitmotiv: er zieht durch ihre Wohnung, durch ihre Familie, durch ihre Identität, bringt Worte durcheinander, lässt Gefühle explodieren, zwingt sie zu handeln, zu retten, zu schreiben.
Besonders faszinierend ist, wie der Text die Diskrepanz zwischen Kontrolle und Kontrollverlust abbildet. Mira versucht, die Welt zu ordnen – Spülmittel, Lippenstift, Maniküre – während draußen Krieg, Krankheit und Tod toben. Ihre Stimme balanciert zwischen schnoddriger Ironie, Selbstreflexion und großer Verletzlichkeit, sodass man das Gefühl bekommt, einer Heldin bei ihrer täglichen Überlebenskunst zuzusehen.
Der Roman startet wie ein wilder Cocktail aus Realität und Innerlichkeit: schrill, intensiv, poetisch, brutal ehrlich. Man wird hineingesogen in diesen persönlichen Kosmos voller Zigaretten, Krankenhausflure, Kinderlachen, Luftangriffen und Zugsböen, und man erkennt: Erwachsenwerden ist keine lineare Entwicklung, sondern ein Sturm, der einem die Vergangenheit entreißt und gleichzeitig das Überleben fordert.
Kurz: Wer glaubt, Erwachsenwerden sei langweilig, hat diesen Roman noch nicht gelesen. Hier trifft Banalität auf Existenzangst, Humor auf Trauma, Familie auf Katastrophe – und die Erzählerin lässt uns mitten drin atmen, lachen, frieren, weinen. Ein Einstieg, der nicht nur neugierig macht, sondern einem auch direkt das Herz aus der Brust zieht – oder zumindest den Wind hineinlässt.
Mira Zehmann erzählt, wie Erwachsenwerden plötzlich nicht mehr an Geburtstagen oder Hochzeiten gemessen wird, sondern an einem winzigen, unsichtbaren Sturm, der die vertrauten Fenster der Realität zufriert. Ihre Welt ist gleichzeitig banal und traumatisch: ein zahnloses Lächeln, Cellulite, Kühlschrankmagneten, Ikea-Sessel – und mitten drin Menschen, die fliehen, Bomben, Covid, Familie, Schuld, Verantwortung.
Der Text funktioniert wie eine Achterbahn aus Alltagsdetails und existenzieller Schwere. Man spürt den Druck der Pandemie, das Chaos des Krieges in der Ukraine, die unbändige Fürsorge für Familie und Freunde – und trotzdem gelingt es Mira, ihre Stimme witzig, verletzlich und atemlos zu halten. Der „Zugwind“ wird zum metaphysischen Leitmotiv: er zieht durch ihre Wohnung, durch ihre Familie, durch ihre Identität, bringt Worte durcheinander, lässt Gefühle explodieren, zwingt sie zu handeln, zu retten, zu schreiben.
Besonders faszinierend ist, wie der Text die Diskrepanz zwischen Kontrolle und Kontrollverlust abbildet. Mira versucht, die Welt zu ordnen – Spülmittel, Lippenstift, Maniküre – während draußen Krieg, Krankheit und Tod toben. Ihre Stimme balanciert zwischen schnoddriger Ironie, Selbstreflexion und großer Verletzlichkeit, sodass man das Gefühl bekommt, einer Heldin bei ihrer täglichen Überlebenskunst zuzusehen.
Der Roman startet wie ein wilder Cocktail aus Realität und Innerlichkeit: schrill, intensiv, poetisch, brutal ehrlich. Man wird hineingesogen in diesen persönlichen Kosmos voller Zigaretten, Krankenhausflure, Kinderlachen, Luftangriffen und Zugsböen, und man erkennt: Erwachsenwerden ist keine lineare Entwicklung, sondern ein Sturm, der einem die Vergangenheit entreißt und gleichzeitig das Überleben fordert.
Kurz: Wer glaubt, Erwachsenwerden sei langweilig, hat diesen Roman noch nicht gelesen. Hier trifft Banalität auf Existenzangst, Humor auf Trauma, Familie auf Katastrophe – und die Erzählerin lässt uns mitten drin atmen, lachen, frieren, weinen. Ein Einstieg, der nicht nur neugierig macht, sondern einem auch direkt das Herz aus der Brust zieht – oder zumindest den Wind hineinlässt.