Ein Sturm lässt sich aussitzen
In Iryna Fingerovas Roman verschwimmen die Grenzen zwischen Roman, Poesie und - das ist zumindest mein Gefühl - eigenen Erfahrungen und Beobachtungen des Alltags. Und genau das hat mich gefesselt und mitgenommen.
In der Geschichte um Mira Zehmann, die als junge Frau von Odessa nach Deutschland kommt und dann als Hausärztin in einer Gemeinschaftspraxis arbeitet, fließen immer wieder Erzählungen und Schicksale der sie umgebender Menschen ein. Mit poetischen und metaphorischen Worten schildert sie den Versuch Lebensfreude zu bewahren, auch wenn die Zeiten schwierig werden und die Schicksale ihrer Mitmenschen und Patienten sie am Leben zweifeln lassen. Dieses Bild eines kalten Windstoßes, eins Zugwinds, zieht sich durch das gesamte Buch.
Mit ihrem Arbeitsbeginn in der Praxis von Frau Meer und Frau Erde, kleidet sie sich in einem Fachgeschäft neu ein, die Verwandlung könne beginnen. "Ich kaufte mir orangefarbene Chucks, um nicht zu vergessen, wer ich war, und eine Brille ohne Stärke, um die Wahrheit klarer zu sehen. […] Krise überstanden, und weiter gehts! Doch als ich die Hände tiefer in die Taschen steckte, sah ich meine Finger durchscheinen. Sie waren löchrig. Der Wind pfiff aus mir heraus". So beginnt das Buch und Fingerova findet immer wieder schöne Vergleiche um das Seelenleben ihrer Protagonistin zu bebildern. So geht sie ein anderes Mal in eine Bankfiliale um sich "Kraft auf Kredit" zu verschaffen.
Was nehme ich mit aus diesem Buch? Vor allem das: "Der Zugwind hat weniger Macht, wenn ich keine Angst vor stürmischem Wetter habe." Vielen Dank für dieses Buch!
In der Geschichte um Mira Zehmann, die als junge Frau von Odessa nach Deutschland kommt und dann als Hausärztin in einer Gemeinschaftspraxis arbeitet, fließen immer wieder Erzählungen und Schicksale der sie umgebender Menschen ein. Mit poetischen und metaphorischen Worten schildert sie den Versuch Lebensfreude zu bewahren, auch wenn die Zeiten schwierig werden und die Schicksale ihrer Mitmenschen und Patienten sie am Leben zweifeln lassen. Dieses Bild eines kalten Windstoßes, eins Zugwinds, zieht sich durch das gesamte Buch.
Mit ihrem Arbeitsbeginn in der Praxis von Frau Meer und Frau Erde, kleidet sie sich in einem Fachgeschäft neu ein, die Verwandlung könne beginnen. "Ich kaufte mir orangefarbene Chucks, um nicht zu vergessen, wer ich war, und eine Brille ohne Stärke, um die Wahrheit klarer zu sehen. […] Krise überstanden, und weiter gehts! Doch als ich die Hände tiefer in die Taschen steckte, sah ich meine Finger durchscheinen. Sie waren löchrig. Der Wind pfiff aus mir heraus". So beginnt das Buch und Fingerova findet immer wieder schöne Vergleiche um das Seelenleben ihrer Protagonistin zu bebildern. So geht sie ein anderes Mal in eine Bankfiliale um sich "Kraft auf Kredit" zu verschaffen.
Was nehme ich mit aus diesem Buch? Vor allem das: "Der Zugwind hat weniger Macht, wenn ich keine Angst vor stürmischem Wetter habe." Vielen Dank für dieses Buch!