Kunst des Weiterlebens
Iryna Fingerova erzählt in Zugwind die Geschichte von der Hausärztin Mira Zehmann, die schon vor dem russischen Angriff 2022 auf die Ukraine, mit ihrem Mann nach Deutschland emigrierte. Sie lebt in der Stadt N., der genaue Ort wird nicht benannt, sie scheint aber in Sachsen zu liegen. Auch die meisten Personen, werden nur mit dem ersten Buchstaben ihres Nachnamens benannt. Vornamen sind den Menschen vorbehalten, die sie in der Ukraine antrifft oder zu ihrer Familie gehören.
Die Lesenden werden mitgenommen in einen Praxisalltag einer Hausärztin, die sich eigentlich Poetin nennt, indem immer öfter ukrainische Menschen mit ihren Problemen an sie wenden. Dabei wird schnell klar, das viele Menschen jemanden brauchen, der sie versteht und ihnen zuhört. An vielen Stellen wird deutlich, dass in der deutschen Gesellschaft schwer ist Fuß zu fassen. Es ist belastend, wenn man in der Heimat eine hohe Stellung innehatte und weil man ja schnell in Arbeit möchte (und auch soll), statt Traumaaufarbeitung in Deutschkursen getestet wird. Aber wie geht es eigentlich den Menschen, wie Mira, die versuchen andere aufzufangen?
Insbesondere zu Beginn besteht das Buch aus kurzen Beschreibungen der Beschwerden der Patienten und deren individuellen Verbindungen in die Kriegsregion. Immer mehr verdichtet sich die Geschichte um Mira selbst. Es ist eine Geschichte über Schuldgefühle, mitleiden aber auch der Selbstmanipulation, wenn das eigene Glück nicht zu ertragen ist.
Ich finde die Art wie Iryna Fingerova uns in die Geschichte unserer Zeit mit hineinnimmt und die quälende Realität zeichnet, sehr berührend. Sie versammelt soviele Geschichten, die in diesem Kontext aus ukrainischer Perspektive erlebt werden, so aber immer wieder von Geflüchteten auf und aus der ganzen Welt erlebt werden.
Mich hat von vornherein das Cover mit der Frau hinter einem riesigen Löwenzahn angesprochen, in der Geschichte, in der es ja auch um den von Mira wahrgenommen Zugwind geht, fragt sich die Leserin ob sich die Protagonistin verliert wie die Pusteblume oder doch tief verwurzelt wie der Löwenzahn bleibt. Mit diesen beiden Aspekten wird sehr gelungen gespielt.
Trotz der Schwere des Themas liest sich das Buch sehr gut und ich spreche eine Leseempfehlung aus.
Die Lesenden werden mitgenommen in einen Praxisalltag einer Hausärztin, die sich eigentlich Poetin nennt, indem immer öfter ukrainische Menschen mit ihren Problemen an sie wenden. Dabei wird schnell klar, das viele Menschen jemanden brauchen, der sie versteht und ihnen zuhört. An vielen Stellen wird deutlich, dass in der deutschen Gesellschaft schwer ist Fuß zu fassen. Es ist belastend, wenn man in der Heimat eine hohe Stellung innehatte und weil man ja schnell in Arbeit möchte (und auch soll), statt Traumaaufarbeitung in Deutschkursen getestet wird. Aber wie geht es eigentlich den Menschen, wie Mira, die versuchen andere aufzufangen?
Insbesondere zu Beginn besteht das Buch aus kurzen Beschreibungen der Beschwerden der Patienten und deren individuellen Verbindungen in die Kriegsregion. Immer mehr verdichtet sich die Geschichte um Mira selbst. Es ist eine Geschichte über Schuldgefühle, mitleiden aber auch der Selbstmanipulation, wenn das eigene Glück nicht zu ertragen ist.
Ich finde die Art wie Iryna Fingerova uns in die Geschichte unserer Zeit mit hineinnimmt und die quälende Realität zeichnet, sehr berührend. Sie versammelt soviele Geschichten, die in diesem Kontext aus ukrainischer Perspektive erlebt werden, so aber immer wieder von Geflüchteten auf und aus der ganzen Welt erlebt werden.
Mich hat von vornherein das Cover mit der Frau hinter einem riesigen Löwenzahn angesprochen, in der Geschichte, in der es ja auch um den von Mira wahrgenommen Zugwind geht, fragt sich die Leserin ob sich die Protagonistin verliert wie die Pusteblume oder doch tief verwurzelt wie der Löwenzahn bleibt. Mit diesen beiden Aspekten wird sehr gelungen gespielt.
Trotz der Schwere des Themas liest sich das Buch sehr gut und ich spreche eine Leseempfehlung aus.